Wirtschaft : Euro: Umtausch nicht ausnahmslos gebührenfrei

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Wenige Monate vor der Einführung des Euro-Bargeldes ist unklar, ob alle Banken hier zu Lande auf Gebühren für den Umtausch von D-Mark in Euro verzichten werden. Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung des Finanzausschuss im Bundestag erklärten Vertreter des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) und des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) am Dienstag lediglich, beim Tausch "haushaltsüblicher Mengen" von D-Mark in Euro auf Gebühren verzichten zu wollen. Was "haushaltsüblich" bedeutet, ließen sie offen. Bei umfangreicheren Mengen behalten sich die Institute vor, Gebühren zu verlangen.

Hans Ulrich Gutschmidt vom Bankenverband sagte, man richte sich lediglich nach den europäischen Empfehlungen. Aber auch aus kartellrechtlichen Gründen könne man sich den Zusagen der Wettbewerber, die im geplanten Umtauschzeitraum zwischen 1. Januar und 28. Februar grundsätzlich auf Umtauschgebühren verzichten wollen, nicht anschließen. Im Übrigen sei die Preisgestaltung Sache der einzelnen Häuser, betonte Gutschmidt. Vertreter des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des Bundesverbandes öffentlicher Banken (VÖB) stellten hingegen klar, dass bei ihnen jeder D-Mark in Euro in unbegrenzter Höhe und zum Nulltarif tauschen könne. Auch die schätzungsweise 500 000 Bürger, die in Deutschland über kein Konto verfügen.

Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen, Christine Scheel, forderte als Vorsitzende des Finanzausschuss ein klares Signal von den Banken. Es gehe nicht an, dass die Verbraucher belastet würden, noch dazu je nach Bank unterschiedlich. Manfred Westphal von der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände, sprach von einem "Eiertanz" der Banken. Die Verbraucher brauchten Planungssicherheit. Um den Bargeld-Umtausch im Rahmen zu halten, führt die Kreditwirtschaft auf Initiative der Bundesbank im Mai eine dreiwöchige Sonderaktion durch. Dabei kann jeder, ob Kunde oder Nicht-Kunde, kostenlose Einzahlungen auf alte oder neue Konten vornehmen - und zwar in unbegrenzter Höhe. Vor allem Münzen sollen auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen werden. Die Deutsche Bundesbank schätzt die Summe der zu Hause aufbewahrten Geldbestände auf rund 100 Milliarden Mark.

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