Wirtschaft : Euro: Warum wollen Briten, Schweden und Dänen den Euro nicht?

Für einen Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Währungsunion gibt es bis heute keine politische Mehrheit - nicht zuletzt aus historischen Gründen. Der britische Premierminister Tony Blair möchte aber noch in der laufenden Legislaturperiode die Briten über einen Beitritt zur Währungsunion entscheiden lassen. Blair hofft, dass sich das Klima nach der Bargeldeinführung in Großbritannien ändert. Auch in Schweden soll das Volk entscheiden - und zwar nach den Parlamentswahlen im kommenden Jahr. Zurzeit sind rund 47 Prozent der Schweden für eine Beteiligung am Euro. Die Dänen haben schon im September vergangenen Jahres abgestimmt - und sich gegen den Euro ausgesprochen. Ausschlaggebend dafür waren Ängste, sich als kleines Land im Verbund womöglich nicht mehr durchsetzen zu können. Zwar wurde die Stimmung unter Poul Nyrup Rasmussen besser. Doch der sozialdemokratische Regierungschef ist inzwischen abgewählt worden. Nach einer aktuellen Umfrage, die die britische Zeitung "The Guardian" veröffentlichte, rechnet eine Mehrheit der Briten damit, dass das Land in den kommenden zehn Jahren Mitglied im Euro-Club wird.

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Die Vignettenpreise und Mauttarife werden in Österreich centgenau umgerechnet und abgerundet. Auch in Frankreich, Spanien und Italien werden die Autobahngebühren zum Währungswechsel centgenau umgerechnet und auf maximal fünf- bis zehn-Cent-Beträge aufgerundet. Zwischen Februar und April folgt allerdings die jährliche Preisanpassung der Autobahngesellschaften von rund einem bis drei Prozent. Lire-Guthaben der "Viacard" in Italien sind nach Angaben des ADAC bis zum 31. Oktober 2002 gültig. Bei Barzahlung werden zwischen 1. Januar und 28. Februar die jeweilige Landeswährung und Euro angenommen.

Zu welchen Kursen rechnen die anderen Euro-Ländern um?

Die Deutschen haben es beim Umrechnen von der alten in die neue Währung recht bequem. Über den Daumen gepeilt müssen sie den gewohnten D-Mark-Betrag nur halbieren. Wer einen Preis in Mark durch 1,95583 teilt, erhält den exakt neuen Wert in Euro. Noch besser kommen beim Umrechnen allerdings die Portugiesen weg. 200,482 Escudos ergeben einen Euro. Um einen glatten Betrag in der neuen Währung zu bekommen, muss man also nur die Escudo-Summe halbieren und zwei Nullen streichen. Auch die Italiener - 1936,27 Lire ergeben einen Euro - haben es noch vergleichsweise leicht. Ebenso die Niederländer, die 2,20371 Gulden für einen Euro umrechnen müssen. Die übrigen Mitglieder der Währungsunion müssen sehr viel mehr Geschick beim Kopfrechnen an den Tag legen. Böse erwischt hat es Griechenland, wo die Verbraucher kaum ohne Taschenrechner auskommen dürften angesichts des Kurses von 340,750 Drachmen für einen Euro, Irland (0,787564 Pfund für einen Euro) und Spanien (166,386 Peseten) geht es nicht viel besser. In Belgien und Luxemburg sind 40,3399 Franc ein Euro und in Finnland 5,94573 Finnmark. Die Österreicher müssen mit 13,7603 Schilling und die Franzosen mit 6,55957 Franc umrechnen. Ändern kann sich daran nichts mehr. Zum 1. Januar 1999 wurden die Kurse von den Notenbanken unwiderruflich festgelegt.

Was passiert mit der staatlichen Rente?

Auch die Rentenversicherung wird mit Wirkung zum 1. Januar 2002, zum Stichtag der Euro-Bargeldeinführung, umgestellt. Und zwar wertgenau. Ein Verlust entsteht nicht. Die Rentenversicherungsträger haben mit der Umrechnung aber schon früher begonnen - und zwar im Zuge der Rentenanpassung zum 1. Juli dieses Jahres. Mit der so genannten Rentenanpassungs-Mitteilung wurde auch verbindlich über den künftig zu zahlenden Rentenbeitrag in Euro informiert. Auf eine gesonderte aktuelle Mitteilung an die Rentner wird aus Kostengründen verzichtet. Vom 1. Juli 2002 an wird der aktuelle Rentenwert nur noch in Euro angegeben. Für die Rentenversicherung ist eine Währungsumstellung nichts Neues. Schon heute werden unterschiedliche Währungen wie Reichsmark, D-Mark und Mark der DDR berücksichtigt. Wer noch Fragen zur Währungsumstellung und Rente hat, kann sich zum Nulltarif an die Experten der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte wenden: 0800/333 19 19.

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