Wirtschaft : Euro: Wer hat die Euro-Münzen entworfen?

bach

Was die Vermarktung ihrer berühmtesten Landsleute angeht, waren die Belgier schon immer sehr zurückhaltend. Wer weiß schon, dass Georges Simenon, der Schöpfer von Kommissar Maigret ebenso Belgier war wie Maurice de Bevere, der "Vater" von Lucky Luke? Auch der Mann, der die Euro-Münzen entworfen hat, ist Belgier. Er heißt Luc Luycks, und arbeitet seit 15 Jahren als Programmierer bei der Königlichen Belgischen Münzdruckerei in Brüssel. 1996 beteiligte er sich am Wettbewerb des Europäischen Währungsinsituts - und gewann. Die Auflage sei gewesen, den Nominalwert gut sichtbar zu machen, sagt er. Also habe er auf grafische Höhenflüge verzichtet. So finden sich auf der "europäischen Seite" der Münzen nur eine Zahl, eine stilisierte Landkarte Europas und das Wort Euro, bei den Centmünzen ersetzt ein Globus die Karte, mit Europa im Mittelpunkt. Wie bei den Banknoten wird die "nationale" Rückseite von jedem Land selbst gestaltet, in Belgien bildet sie König Baudouin, den Vorgänger des derzeit regierenden Albert II ab. Manche fänden seinen Entwurf etwas kalt und sachlich, gesteht Luycks - aber womöglich habe er den Wettbewerb gerade deshalb gewonnen. Sachlichkeit fiel Luycks auch deshalb einfach, weil er selbst ein Laie ist, ohne jede grafische Ausbildung. Seinen Beitrag entwarf er zu Hause, in der Freizeit. Einen Vorteil gegenüber seinen 35 Konkurrenten habe er gleichwohl gehabt: Ein blindes Familienmitglied. Dadurch habe er von vornherein darauf geachtet, dass der Nominalwert seiner Münzen gut "fühlbar" sei.

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