Wirtschaft : Euro wird auch ein Erfolg

FRANKFURT/MAIN (ro).Die D-Mark ist mit ihren Erfolgen in den vergangenen 50 Jahren nach Ansicht von Bundeskanzler Helmut Kohl und Bundesbank-Präsident Hans Tietmeyer eine wichtige Voraussetzung auch für den Erfolg des Euro."Ich bin mir sicher, die Erfolgsgeschichte der D-Mark wird in die künftige Erfolgsgeschichte des Euro einmünden", sagte Kohl am Sonnabend beim Festakt in der Frankfurter Paulskirche vor rund 1000 Gästen, darunter Bundespräsident Roman Herzog, Finanzminister Theo Waigel und US-Botschafter Kornblum.

Für Tietmeyer ist die D-Mark Vermächtnis für den Euro und ein Auftrag für Europa."Der heutige Rückblick ist zugleich fast auch schon ein Abschlußbericht", meinte der oberste Bundesbanker mit Blick auf die Einführung des Euro in gut sechs Monaten.Jetzt trete das respektable Erbe hervor, daß die D-Mark in die Europäische Währungsunion (EWU) einbringe.

Bundeskanzler Kohl bezeichnete den 50.Geburtstag der D-Mark als Symbol für 50 Jahre Frieden, Freiheit, Stabilität und Wohlstand.Er erinnerte an die schwierige Lage im Jahre 1948 und an die Skepsis vieler gegenüber der neuen Währung.Kohl verwies auch darauf, daß die Erfolgsgeschichte der D-Mark ohne den Marshall-Plan und vor allem ohne die Politik Ludwig Erhards nicht möglich gewesen wäre."Wir schulden deshalb auch unseren amerikanischen Freunden großen Dank." Der Kanzler lobte in der Paulskirche ausdrücklich die Bundesbank.Vor allem ihr sei es zu verdanken, daß die D-Mark zu einer der wesentlichen Währungen der Welt aufgestiegen sei.Daß Frankfurt zum Standort der Europäischen Zentralbank (EZB) auserkoren worden sei, "ist auch eine Referenz an die Bundesbank und an ihren Erfolg." Dies sei eine Richtschnur für die EZB.

Die Deutschen haben nach Ansicht des Bundeskanzlers keinen Grund, sich vor dem Euro zu sorgen.Er sei über Jahre hin gut und sorgfältig vorbereitet worden."Dies ist kein Abenteuer", betonte Kohl.

Auch Bundesbank-Präsident Tietmeyer versicherte, die Voraussetzungen für den Erfolg des Euro seien gut.Die monetäre Konvergenz in Euro-Land sei heute so ausgeprägt wie lange nicht mehr, die EZB sei mindestens so unabhängig wie die Bundesbank und der Stabilitäts- und Wachstumspakt gebe Flankenschutz gegen stabilitätsgefährdende Ausritte der nationalen Finanzpolitik."Niemand wird durch die Umstellung auf das neue Geld irgendetwas verlieren.Im Gegenteil! Auch die Deutschen werden bei einem stabilen Euro Gewinner sein", betonte Tietmeyer in der Paulskirche.Auch für den Euro gelte aber, daß das Austarieren von Freiheit und sozialem Ausgleich auch unter den wirtschaftlichen Bedingungen von morgen nur mit einer stabilen Währung gelingen könne.Im Rückblick bezeichnete der Bundesbank-Präsident die Währungsreform von 1948 als "Mark-Stein" für den Neuanfang nach dem Krieg."Die Währungsreform 1948 war ein Wendepunkt für die spätere Bundesrepublik."

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