Wirtschaft : Euro wird zum wichtigen Geschäftsfeld

PSI betreut Umstellung bei Bankgesellschaft und Gema BERLIN (jojo).Für viele Firmen bringt der Euro vorerst nur eines: hohe Kosten.Was beim einen Unternehmen als Ausgaben anfällt, füllt bei anderen wiederum die Kassen.Eine ganze Branche wittert bei der Umstellung auf die neue Währung gute Geschäfte.Vor allem die Unternehmensberater sitzen in den Startlöchern.Die Consulting-Sparte der Berliner PSI AG betreut dabei zwei Euro-Großprojekte: Bei der Bankgesellschaft Berlin und der Gema, also der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte. Für Frank Dörfel gehört die Beschäftigung mit dem Euro mittlerweile zum täglichen Brot.Seit Anfang des Jahres betreut der PSI-Unternehmensberater die Euro-Umstellung der Gema.Keine leichte Aufgabe, vertritt der Verein doch Künstler aus der ganzen Welt, und nimmt dabei jedes Jahr rund 1,5 Mrd.DM ein.Die in München und Berlin beheimatete Organisation will den Euro zum 1.Januar 2000 als Hauswährung einführen.Derzeit, so Dörfel, laufe bei der Gema eine interne Befragung, um die Euro-relevanten Bereiche herauszufinden.Nachdem er sich ein vollständiges Bild gemacht hat, will sich Dörfel dann vom Herbst an auf die eigentlichen Veränderungen bei der Gema stürzen. Bei der Bankgesellschaft ist der gelernte Mathematiker schon einen Schritt weiter.Dort ist das Projektteam, das sich um die Währungsumstellung kümmern soll, schon fest bei der Arbeit.Das ist nicht verwunderlich, gilt es in dem Bankkonzern doch 450 Systeme anzupassen.Und noch etwas drängt: Der Euro soll bereits zum 1.Januar kommenden Jahres Hauswährung werden.Dörfel sieht sich deshalb schon jetzt die kommende Silvesternacht im Büro verbingen, gilt es doch die Systeme über den Neujahrstag und das darauf folgende Wochenende an die neue Währung anzupassen.Die Bankgesellschaft gehört damit zu den Unternehmen, die am frühesten auf Euro umstellen."Die kleinen und mittelständischen Unternehmen lassen sich derzeit erst ganz allgemein beraten", sagt Stefan Löffler, Marketingchef von PSI-Consulting, "die sind in einer sehr frühen Phase ihrer Euro-Überlegungen." Seit einiger Zeit schon biete PSI eintägige Seminare an, "wie das Projekt Euro gestartet werden kann".Überlaufen seien die Veranstaltungen nicht, "wir registrieren Zurückhaltung", so Löffler.Er erwartet in den kommenden Monaten allerdings eine steigende Nachfrage, und so werden Euro-Berater "auf Vorrat ausgebildet". Die Mittelständler, sagt Löffler, würden abwarten und darauf hoffen, daß die "Großen die Anfangsprobleme lösen".Darüber hinaus würden sie die anfallenden Euro-Angelegenheiten an die Banken weitergeben.Von den 75 Mitarbeitern der PSI-Consulting kümmern sich derzeit acht hauptsächlich um Eurofragen. An der Umstellung auf den Euro sind bei der Bankgesellschaft nicht weniger als 800 Menschen beteiligt.Im Projektmanagement, das alle Prozesse steuert, sind 35 Mitarbeiter angesiedelt.Kooperationspartner von PSI-Consulting ist - vor allem in technischen Fragen - die BB-Data Systemhaus GmbH, eine Tochter der Bankgesellschaft Berlin. Schon für die Planung ihres Euro-Projektes müssen potentielle Kunden tief in die Tasche greifen: Der gemeinsame Prospekt von PSI und BB-Data weist für zwei Berater (fünf Tage) inklusive schriftlicher Ausarbeitung 30 000 DM zuzüglich Mehrwertsteuer aus.Für Unternehmer sollte das kein Grund sein, die Umstellung auf die lange Bank zu schieben: Billiger wird es nicht werden, schließlich drängt die Zeit bis zur Einführung des Euro am 1.Januar 2002.

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