Wirtschaft : Euro: Zentralbanker unter Druck

ufo

Die Intervention war fein abgestimmt, der Kreis der Mitwisser klein. Vielleicht 20 Menschen wussten von den Stützungskäufen der G7-Zentralbanken, schätzt ein Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB). Denn die Intervention für den Euro musste konzentriert und überraschend erfolgen, damit der Abwärtstrend des Eurokurses gestoppt werden kann. Der britische und der kanadische Finanzminister haben sich darüber beschwert, dass sie erst spät eingeweiht wurden. US-Finanzminister Larry Summers, von Anfang an dabei, musste jedoch aus innenpolitischen Gründen nachträglich das Interesse seines Landes an einem starken Dollar bekräftigen. Schließlich wählen die Amerikaner bald einen neuen Präsidenten und schätzen keine internationalen Aktionen ihrer Regierung. Die Amerikaner mögen nach außen weitere Stützungskäufe ablehnen. Aber sie werden nicht darum herumkommen. Nach dem G7-Gipfel in Prag rechnen alle Delegationen mit weiteren Interventionen. Bereits am Donnerstag könnten sie weitere Milliarden zugunsten des Euro in den Markt pumpen, heißt es in der deutschen Delegation. An dem Tag stimmen die Dänen über ihren Euro-Beitritt ab. Eine Intervention könnte das Wahlverhalten beeinflussen: Steigt der Kurs, und die G7 zeigen erneut, dass sie hinter dem Euro stehen, könnten sich die Dänen für den Euro erweichen lassen. Doch die Abstimmung beeinflusst ebenso den Euro-Kurs: Glauben die Dänen nicht an die Währung, leidet das Renommée. Der Euro-Kurs ist also gefährdet. Eine Intervention wird zwingend, wollen die Zentralbanken nicht, dass ihre am Freitag eingesetzten Milliarden nutzlos waren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben