Wirtschaft : Eurocard: In Deutschland ist sie Marktführerin, nun soll sie bald auch im Internet vorne liegen

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Die Eurocard soll auch beim Bezahlen im Internet zur Kreditkarte Nummer eins in Deutschland werden. Deshalb will Euro Kartensysteme, das von deutschen Banken und Sparkassen getragene und für die Eurocard verantwortliche Unternehmen, das selbst entwickelte SET-Verfahren für das sichere Online-Bezahlen weiter verbreiten. Denn zehn Prozent aller Bezahlvorgänge im Internet - und damit zehn Mal mehr als beim Einsatz der Kreditkarte im Geschäft oder an der Tankstelle - sind nach Angaben von Eurocard-Geschäftsführer Manfred Krüger illegal oder kriminell. Und die Zuwachsraten dieser Betrugsfälle liegen bei rund 40 Prozent jährlich. Krüger rät Verbrauchern, die Kreditkarte im Internet nur einzusetzen, wenn das jeweilige Unternehmen das SET-Verfahren garantiere oder wenn bei einer als seriös bekannten Firma eingekauft werde.

Weltweit lagen die Umsätze mit Verkäufen im Internet 1999 bei rund 36 Milliarden US-Dollar. Wenn mit Kreditkarte bezahlt wurde, hatte Visa mit einem Anteil von 70 Prozent die Nase deutlich vorne. Eurocard/Mastercard kam nur auf 15 Prozent. Dies soll sich aber ändern. Das Motiv ist klar: Die Umsätze im Online-Shopping gehen rasant in die Höhe. In den vergangenen vier Wochen kauften die - allerdings noch wenigen - Konsumenten, die hier zu Lande das Internet nutzten, pro Person Waren für gut 2400 Mark ein. Im Vergleich dazu setzten die rund 8,8 Millionen Eurocard-Besitzer in Deutschland 1999 pro Nase 3846 Mark um und damit etwas weniger als 1998.

Generell ist Jan Hendrikx, Vorsitzender der Geschäftsführung von Euro Kartensysteme, mit dem Geschäftsjahr 1999 nicht ganz zufrieden, auch wenn Eurocard mit 8,8 Millionen ausgegebenen Karten hier zu Lande immer noch deutlich Marktführer vor Visa ist, die auf derzeit auf gut sechs Millionen Kreditkarten komme. Der Zuwachs an neuen Eurocards blieb 1999 allerdings mit einer halben Million hinter den Erwartungen von Hendrikx zurück. Auch der Umsatz schrumpfte angesichts des harten Wettbewerbs und der Liberalisierung des Kartenmarktes - Eurocard darf seit einem Jahr auch Visa-Karten abrechnen und umgekehrt - um gut sechs Prozent auf 595 Millionen Mark. Allerdings konnte Euro Kartensysteme den Vorsteuer-Gewinn von 1,9 Millionen auf zehn Millionen Mark erhöhen. In diesem Jahr hofft Hendrikx auf 600 000 neue Plastikkärtchen, sein Traumziel wäre eine Million. Im April überschritt die Zahl der ausgegebenen Eurocards erstmals die Neun-Millionen-Marke. Derzeit gibt es noch 16 Millionen Deutsche mit überdurchschnittlichem Einkommen, die noch keine Kreditkarte besitzen.

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