Wirtschaft : Eurocheque: Vor dem Aus

ro

Schon heute wird er immer weniger genutzt, im laufenden Jahr wahrscheinlich nur noch sechs Millionen Mal: Der 1968 eingeführte Papier-Eurocheque verliert nach über 30 Jahren immer mehr an Bedeutung. Ab 1. Januar 2002 wird er vermutlich vollständig von der Bildfläche verschwinden, weil europäische Banken und Sparkassen dem Scheckeinreicher dann keine Garantie mehr für einen Mindestbetrag gewähren. In Deutschland sind das derzeit 400 Mark. Ab 2002 können die Banken zwar noch Schecks ausgeben, aber ohne das EC-Logo und ohne Zahlungsgarantie. Die EC-Karten allein behalten allerdings ihre Einsatzmöglichkeiten für das bargeldlose Bezahlen.

Hauptgrund für die Abschaffung des Eurocheques sind nach Angaben von Manfred Michalek, Direktor Zentraleuropa der von 9000 Banken und Sparkassen getragenen und für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa zuständigen Europay International, die hohen Kosten, die für die Abwicklung der Schecks mittlerweile gezahlt werden müssen. Sie liegen hier zu Lande angeblich bei sieben bis acht Mark pro Scheck und damit deutlich über den Kosten für das bargeldlose Bezahlen mit der EC-Karte. Die hohen Kosten rühren vor allem von der immer geringeren Nutzung des Eurocheques: Seit 1989 ist die Zahl der Transaktionen per Scheck in Europa von 42 Millionen auf nur noch knapp 11 Millionen gesunken. 2001 soll es nur noch fünf Millionen europaweit ausgestellte Schecks geben mit einem Zahlungsvolumen von 1,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig ist die Nutzung von Geldautomaten und des bargeldlosen Bezahlens mit der EC-Karte von 1,1 Millionen auf 79,4 Millionen gestiegen. Allein 1999 wurden damit 10,3 Milliarden Euro umgesetzt.

Damit konzentriert sich die bargeldlose Zahlungsmöglichkeit ab 2002 über Debitkarten - dabei werden die Beträge im Gegensatz zu Kreditkarten sofort dem jeweiligen Konto belastet - auf die EC-Karte. Entscheidend für den weltweiten Einsatz als bargeldloses Zahlungsmittel oder zur Beschaffung von Bargeld ist das Maestro-Zeichen, das heute bereits 73 Millionen EC- und Bankkundenkarten tragen. Eine generelle Zahlungsgarantie für die künftige EC- und Maestro-Karte gibt es aber nicht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar