Wirtschaft : Eurocopter wirbt um Luxus-Kunden

Hubschrauberhersteller kooperiert mit Edelausstatter Hermès

Holger Alich (HB)

Paris - Der deutsch-französische Hubschrauber Hersteller Eurocopter will besser die anspruchsvolle Kundengruppe reicher Privatleute und Geschäftskunden bedienen. „Zu diesem Zweck haben wir eine Kooperation mit Hermès geschlossen“, sagt Philippe Harache, Nummer zwei von Eurocopter, im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit mit dem Hersteller von Luxus-Accessoires wie Krawatten und Tücher ist ein von Hermès-Mitarbeitern überarbeiteter Hubschrauber EC 135, der heute auf der Flugmesse NBAA in den USA vorgestellt wird.

Der Helikopter hat nicht nur einen überarbeiteten Innenraum mit Ablageflächen für Aktentaschen und eine verbesserte Klimaanlage: „Die Hermès-Leute haben auch das Fahrwerk überarbeitet“, erklärt Harache. Die Landekufen sollen mit ihrer neuen Form nicht nur besser aussehen, sondern auch mehr Komfort beim Einstieg bieten.

Eurocopter ist eine Tochter des EADS-Konzerns. Nach eigenen Angaben ist Eurocopter Weltmarktführer bei zivil genutzten Hubschraubern. 54 Prozent des Umsatzes von 3,8 Milliarden Euro macht die EADS-Tochter indes mit Militärkunden. Der Markt für reiche Privatleute und Konzernchefs ist eine Nische, deren Bedeutung zunimmt.

Laut Eurocopter wuchs der Absatz von Maschinen für Geschäftsreisen in den vergangenen drei Jahren um 30 Prozent pro Jahr. Bis Ende August 2007 hat die EADS-Tochter 126 Maschinen an diese Klientel ausgeliefert, mehr als im gesamten Vorjahr mit 111 Hubschraubern.

„Wir wollen jede Nische optimal bedienen und haben Nachholbedarf in diesem Kundensegment“, begründet der Eurocopter-Manager das VIP-Programm in Zusammenarbeit mit dem französischen Luxus-Anbieter. Die größten Absatzchancen für den Hermès-Helikopter sieht Eurocopter in den USA.

Eurocopter ist nicht der erste Luftfahrtkonzern, der einen Luxus-Anbieter zu Rate ziehen. Im März kündigte der italienische Konkurrent Augusta Westland eine Kooperation mit dem italienischen Designerhaus Versace an. Versace soll die Innenräume hochwertiger gestalten. Das Modehaus arbeitet bereits mit der TAG Group bei der Innenausstattung von Business-Jets zusammen.

Für Hermès ist die Zusammenarbeit mit Eurocopter eine Art Schaufenster. „Unser Haus hat sich stets für Transportmittel interessiert“, sagt François Taverne, Chef von Hermès Gainier. Ursprünglich war Hermès Hersteller von Reitsätteln. Heute stattet der französische Luxus-Anbieter unter anderem auch die Paradelimousine des französischen Staatspräsidenten mit einem Lederinterieur aus. Holger Alich (HB)

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