Europa : "Madame Non" und die Hölle

So deutlich wie Mirek Topolanek hat es keiner gesagt. Als "Weg in die Hölle" bezeichnete der geschäftsführende Regierungschef Tschechiens und EU-Präsident die US-Programme gegen die Rezession.

Das zeigt, wie tief die Gräben vor dem G-20-Treffen sind. Anders als die Amerikaner treten die Europäer auf die Bremse und wollen lieber über die Finanzarchitektur sprechen. Zwar haben die EU-Länder bisher 200 Milliarden Euro gegen den Abschwung aufgebracht. Doch mehr sollen es nicht werden. Die Ankurbelung der Wirtschaft bleibt Ländersache, nur fünf Milliarden Euro gibt es für ein gemeinsames Programm. An die Spitze der Hardliner hat sich Angela Merkel gesetzt. „Madame Non“, wie sie genannt wird, hat die Franzosen überzeugt, auch Experten unterstützen sie. „Europa sollte dem Druck der USA nicht nachgeben“, sagt Joachim Scheide, Konjunkturchef beim Kieler Institut für Weltwirtschaft. Die Hoffnungen, die Politiker in Konjunkturprogramme steckten, seien viel zu groß. stek

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