Wirtschaft : Europäer kaufen weniger Autos

Anteil der Diesel-Fahrzeuge steigt / Absatzboom in Spanien

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Berlin – In den traditionell schwachen Sommermonaten hat der Automarkt in Europa deutlich an Schwung verloren. „Zu dem verhaltenen PkwGeschäft beigetragen haben in erster Linie der hohe Ölpreis sowie die Urlaubs- und Ferienzeit“, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt am Main mit.

Im Monat August seien in Westeuropa mit 775000 Pkw ein Prozent weniger Fahrzeuge neu zugelassen worden als ein Jahr zuvor. Nach Einschätzung der Europäischen Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) habe die Angst vieler Menschen um ihren Arbeitsplatz zu sinkenden Verkaufszahlen geführt.

In Deutschland sind VDA-Angaben zufolge im Vergleich zum August des vergangenen Jahres drei Prozent weniger Pkw registriert worden. Den größten Rückgang hätten die Länder Italien und Großbritannien mit einem Minus von jeweils fünf Prozent verzeichnet. In Frankreich habe der Absatz hingegen um drei Prozent zugelegt, in Spanien sogar um sieben Prozent. In diesen Ländern ist von einer Konsumflaute zurzeit nur wenig zu spüren. Anders als in Deutschland sind die Verbraucher dort wesentlich optimistischer.

Der VDA stellte fest, dass sich immer mehr Kunden aufgrund der hohen Benzinpreise für Diesel-Fahrzeuge entscheiden. „Der Dieselanteil an den in Westeuropa neu zugelassenen Personenkraftfahrzeugen erhöhte sich in den ersten sieben Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozentpunkte auf 47 Prozent“, hieß es. Die deutschen Hersteller hätten von diesem Trend überdurchschnittlich profitiert und den Absatz um 15 Prozent steigern können. Nur die Neuzulassungen von Daimler-Chrysler-Fahrzeugen seien um 13,3 Prozent geschrumpft.

Europas Dieselland Nummer eins sei Luxemburg, in dem 69,9 Prozent aller Fahrzeuge von einem Selbstzünder angetrieben werden. Auch in Österreich und Belgien sei der Anteil der Dieselautos hoch – Deutschland liege mit einem Anteil von 42,2 Prozent leicht unter dem europäischen Durchschnitt.

In den neuen EU-Ländern seien im August sieben Prozent weniger Pkw verkauft worden als noch im Vorjahresmonat. In Polen, Tschechien und Ungarn sei der Absatz um 14, elf und vier Prozent zurückgegangen.

Der VDA geht für 2004 davon aus, dass die Neuzulassungen in Deutschland das Vorjahresniveau von 3,24 Millionen Autos erreichen werden. Hoffnung setzt die Branche vor allem in die neuen Modelle, die im Herbst auf den Markt kommen.ny

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