Wirtschaft : Europäische Aktien mit guten Aussichten für das neue Jahr Im Vergleich zu den USA

noch Nachholbedarf

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Frankfurt (Main) (dt/HB). Die Aussichten für europäische Aktien sind auf mittlere Sicht gut – davon sind Analysten überzeugt. So betont beispielsweise die DZ Bank, das Gesamtbild in Europa und in Deutschland sei angesichts der günstigen Kursbewertungen positiv. Damit reihen sich die Banker in die Mehrheit der für das kommende Jahr positiv gestimmten Analysten ein. Im Durchschnitt der Prognosen der vom Handelsblatt befragten 33 Banken wird der Deutsche Aktienindex (Dax) Ende des nächsten Jahres bei leicht über 4300 Punkten gesehen. M.M. Warburg, Lehman, die DZ Bank und die WGZBank sehen den Dax bei 4600 Punkten, die Bank Syz sogar bei 5000 Stellen. Auch Chartexperten wie Wieland Staud von Staud Research in Bad Homburg erwarten mittelfristig einen Anstieg des Dax.

Allerdings wird die Kursentwicklung nicht in einer Einbahnstraße nach oben führen. So dürfte die US-Notenbank im nächsten Jahr die Leitzinsen deutlich erhöhen und damit den Aktienmärkten einen Schock versetzen, gibt etwa die britische Fondsgesellschaft Henderson Global Investors zu bedenken. Im Gefolge werde dann vermutlich auch die Europäische Zentralbank die Zinsen anheben. Doch vielen Analysten zufolge dürfte dies das insgesamt positive Bild nicht ändern, vor allem auch mit dem Blick auf die in Europa und Deutschland im Vergleich mit den USA wesentlich niedrigeren Bewertungen. Hingegen erwartet das DZ-Bank-Aktienteam in den USA spätestens ab Mitte Januar eine Korrektur, „weil Anleger die Perspektiven für 2004 dann kritischer ins Auge fassen werden“ und eine Erholung der US-Konjunktur in den Kursen bereits enthalten sei.

Währenddessen zeigen sich Marktbeobachter in den USA jedoch kurzfristig positiv gestimmt: So sagte Peter Dunay, Chef-Stratege beim Brokerhaus Wall Street Access, der Nachrichtenagentur Reuters, der derzeitige Schwung werde wohl mit ins neue Jahr genommen. „Es gibt keinen Anlass für den Markt, sich in naher Zukunft zurückzuziehen.“ Er verwies dabei auf die starken US-Konjunkturdaten und Aussichten auf solide Unternehmensgewinne. Der vermutlich weiterhin starke Euro wird im kommenden Jahr für die europäischen exportabhängigen Unternehmen allerdings ein beträchtliches Risiko darstellen.

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