Wirtschaft : Europäische Börsenlandschaft in Bewegung

FRANKFURT (MAIN)/LONDON (rtr/AFP).Die europäische Börsenlandschaft bleibt in heftiger Bewegung.So zog die Börse in Stockholm heftige Kritik auf sich, nachdem sie am Wochenende erklärte hatte, nicht an der Allianz wichtiger europäischer Börsenplätze teilnehmen zu wollen.In Paris hatten auf Einladung der dortigen Börse Vertreter der Aktienmärkte in Amsterdam, Brüssel, Frankfurt (Main), London, Madrid, Mailand, Stockholm und Zürich über eine Zusammenarbeit beraten.Stockholm hatte seine Entscheidung damit begründet, daß eine Teilnahme nicht im Interesse der Kunden sei.Die anderen Teilnehmer erklärten nun, die Börse in Stockholm sei garnicht allianzfähig, weil sie wahrscheinlich ein neues technisches Handelssystem benötigen würde.

Innerhalb Deutschlands kündigt sich ebenfalls eine verstärkte Kooperation an.So teilten die Börsen in Hamburg und Hannover am Montag mit, sie wollten enger zusammenarbeiten, eine Fusion der beiden Handelsplätze werde es aber nicht geben.Denkbar sei eine Kooperation auf dem Zweitmarkt für Immobilienabteilungen, den Hamburg gegründet habe, sagte der Geschäftsführer der Börse Hannover, Friedrich Kersting.Auch im Bereich Venture-capital könne es eine Zusammenarbeit geben.Bereits jetzt stünden sich die beiden Börsen nahe und seien auch gemeinsam an der Warenterminbörse in Hannover beteiligt.

Auf der anderen Seite versuchen aber die einzelnen europäischen Börsenplätze sich weiter zu profilieren.So will beispielsweise die Deutsche Börse AG mit dem Start des Euro vom kommenden Jahr an zusätzlich an vier Feiertagen Wertpapierhandel betreiben.Eine Börsensprecherin erklärte, es handele sich um Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Pfingstmontag und den Tag der Deutschen Einheit.Sie verwies darauf, daß diese Tage keine einheitlichen Feiertage in Europa seien.Die Liste zusätzlicher Handelstage sei "von Börsenseite her beschlossene Sache".Nun stehe noch die Zustimmung des Landes Hessen aus.

Die Londoner Termin- und Optionsbörse Liffe wiederum hat mit dem elektronischen Handel begonnen.Am Montag wurde das elektronische Handelssystem "Connect" für 75 Aktienoptionen eingeschaltet.Der Handel mit Optionen ist der erste Schritt an der Liffe bei der Umstellung vom Parkett- auf den elektronischen Handel.Am 12.April soll der Handel mit britischen Staatsanleihen aufgenommen werden.Liffe reagiert auf die wachsende Konkurrenz der deutsch schweizerischen Eurex.

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