Wirtschaft : Europäische Stoxx-Indizes: Es steht eine Neuordnung bevor

Die europäischen Aktienindizes Stoxx 50 und Euro Stoxx 50 stehen vor einer Neuordnung. Am Dienstag wird die Trägergesellschaft Stoxx Ltd in Zürich die Zusammensetzung ihrer Kursbarometer überprüfen und gegebenenfalls Änderungen vornehmen. Den vor rund zwei Wochen veröffentlichten Daten zufolge droht fünf Konzernen eine Auswechslung, darunter auch der Düsseldorfer Metro AG, die aus dem Euro Stoxx 50 für die größten Unternehmen aus den elf Ländern der Euro-Zone herausgenommen werden könnte. Ändern wird sich voraussichtlich auch die Gewichtung der Aktien in den Indizes, da Stoxx erstmals eine andere Berechnungsgrundlage für den Börsenwert einer Firma heranzieht. Neubesetzungen würden im September wirksam.

Maßgeblich für die Mitgliedschaft in den Stoxx-Indizes ist die Marktkapitalisierung, also der Börsenwert der Firmen, der sich bisher aus der Anzahl der ausgegebenen Aktien multipliziert mit dem Kurs ergab. Stoxx zieht nach eigenen Angaben jedoch nicht mehr alle Aktien zur Bemessung des Börsenwerts heran, sondern nur noch die Anzahl der im Streubesitz befindlichen Papiere. Von Investoren, anderen Unternehmen oder auch dem Staat gehaltenen Aktienpakete ab fünf Prozent fließen nicht mehr in die Berechnung der Marktkapitalisierung ein. Den Regeln der Züricher Indexmacher zufolge werden Firmen, die gemäß ihrem Börsenwert auf einer speziellen Rangliste ("Selection List") zu den 40 größten zählen, in das jeweilige Kursbarometer aufgenommen. Umgekehrt fallen die Gesellschaften heraus, die unter Rang 60 stehen.

Von einer Auswechslung bedroht sind somit Firmen, deren Marktwert entweder infolge eines gesunkenen Börsenkurses oder aber auf Grund eines hohen Festbesitzanteils zu gering geworden ist. Die Metro AG belegt auf der "Selection List" des Euro Stoxx 50 mit einer Marktkapitalisierung von knapp 5,3 Milliarden Euro nur noch den 68. Rang. Neben dem deutschen Einzelhandelskonzern erfüllt auch der belgische Versorger Electrabel mit einem Börsenwert von gut 7,4 Milliarden Euro und dem 61. Platz nicht mehr die Bedingungen für einen Platz im Euro Stoxx. Für die beiden Titel aufsteigen könnten die italienische Großbank San Paolo Imi und der französische Lebensmittelkonzern Danone auf den Plätzen 41 beziehungsweise 36.

Den Stoxx 50 für Unternehmen aus der Europäischen Union und der Schweiz voraussichtlich verlassen müssen der italienische Versorger Enel mit Platz 68 und die niederländische Telefonfirma KPN an 63. Stelle. Nachfolger werden dürften der schwedische Pharmakonzern Astra-Zeneca an 17. Position und die französische Bank BNP Paribas, die Platz 35 belegt. Auch dem Konsumgüterriesen Unilever auf Position 56 droht der Abstieg, da mit dem britischen Versicherer CGNU an 39. Stelle ein Aufsteiger bereit steht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar