Europäische Union : Enttäuschung über Freihandelsgespräche mit Südkorea

Die Europäische Union hat Südkorea zum Abschluss der vierten Runde ihrer Freihandelsgespräche mangelnde Bereitschaft zu weiteren handelspolitischen Zugeständnissen vorgeworfen. Nach China ist die EU zweitgrößter Handelspartner für Südkorea.

Seoul Besonders im Industriegüterbereich habe es keine Annäherung gegeben, sagte Chefunterhändler Ignacio Garcia Bercero von der Europäischen Kommission nach viertägigen Gesprächen in Seoul über die Beseitigung von Einfuhrzöllen und anderen Handelshemmnissen. Er sei besonders wegen Südkoreas "anscheinend defensiver Herangehensweise in den Zollverhandlungen über den Industriebereich enttäuscht". Von einer wichtigen exportorientierten Wirtschaft wie Südkorea habe man eine "kühnere Herangehensweise in diesen Verhandlungen" erwartet.

Laut Garcia Bercero gab es zwar Fortschritte beim Urheberrecht und Dienstleistungen. Doch bei der Frage nichttarifärer Hemmnisse im Autobereich, eines der "Kernelemente dieser Verhandlungen", seien kein nennenswerter Fortschritt erzielt worden. Die EU fordert von Südkorea, bestehende Regulierungen für europäische Importautos durch internationale Standards zu ersetzen.

Wenn bei der nächsten Runde im November in Brüssel kein Durchbruch erzielt werde, würden sich die Verhandlungen länger als erwartet hinziehen, sagte Garcia Bercero. Die Gespräche über eine Liberalisierung des bilateralen Handels hatten im Mai begonnen. Die EU war 2006 zweitgrößter Handelspartner für Südkorea hinter China. (mit dpa)

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