Wirtschaft : Europäische Union: Neues Tauziehen um Übernahmerichtlinie

jh

EU-Staaten und Europaparlament unternehmen am Dienstagabend in Brüssel ihren vermutlich letzten Versuch, die Auseinandersetzung über die seit zwölf Jahren geplante EU-Übernahmerichtlinie mit einem Kompromiss beizulegen. Auf dem Tisch liegt ein Einigungsvorschlag des EU-Parlaments. Die Abgeordneten wollen den Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften erlauben, dem Vorstand 18 Monate im Voraus freie Hand für Maßnahmen gegen eventuelle feindliche Übernahmeangebote zu geben. Vierzehn der 15 EU-Staaten lehnen Vorratsbeschlüsse grundsätzlich strikt ab. Die Mehrheit der EU-Staaten hält am Beschluss des EU-Ministerrates vom Juni 2000 fest. Die EU-Regierungen waren sich damals einig, die Vorstände von Unternehmen, gegen die ein unfreundliches Übernahmeangebot ausgesprochen wird, zu strikter Neutralität zu verpflichtet. Die schwedische Ratsvorsitz gibt die Hoffnung nicht auf, doch noch eine Einigung zu erzielen. Stockholm erwartet ein Einlenken des EU-Parlaments.

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