Wirtschaft : Europäische Wirtschaftslage: In der EU entstehen dieses Jahr 2,6 Millionen neue Jobs

Vor allem wegen des hohen Ölpreises wird sich das Wachstum in der Europäischen Union von 3,4 Prozent in diesem Jahr auf 3,1 Prozent im kommenden Jahr abschwächen. Dies geht aus der Herbstprognose der EU-Kommission hervor, die am Mittwoch in Brüssel veröffentlicht wurde. Im Euroraum beträgt das Wachstum in diesem Jahr 3,5 Prozent. Für 2001 wird ein Zuwachs von 3,2 Prozent prognostiziert.

Insgesamt zeichnet die Kommission ein positives Bild. Die Wirtschaftslage sei so gut wie nie zuvor in den letzten zehn Jahren. In diesem Jahr würden in der EU 2,6 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen. Das sei die stärkste Zunahme seit 1990. Die Zahl der Arbeitslosen werde sich von 16,4 Millionen im Jahr 1999 auf 13,3 Millionen bis 2002 verringern, heißt es. Die Weltnachfrage bleibe auf hohem Niveau, und die Binnennachfrage werde durch Steuerreformen und durch Zunahme der Beschäftigung gestärkt.

Der Bericht geht von einem durchschnittlichen Ölpreis von 30 Dollar im Jahr 2001 nach 29 Dollar in diesem Jahr aus. Er könnte aber 2002 wieder auf 27 Dollar sinken. Das EU-Wachstum werde durch den Ölpreisanstieg im kommenden Jahr um 0,3 Prozentpunkte gedrückt. Die Auswirkungen des Ölpreises seien moderater als beim Ölpreisschock der 70er Jahre, weil die Wirtschaft heute weniger abhängig vom Öl sei und das Öl real 50 Prozent billiger sei als zu Beginn der 80er Jahre. Belastet werden die Aussichten durch ein relativ hohes Inflationsniveau, das vor allem durch die hohen Energiekosten getrieben wird. Öl erhöht die diesjährige Teuerungsrate um 0,7 Prozentpunkte, im kommenden Jahr leicht abgeschwächt um 0,7 Prozentpunkte. Die Kommission erwartet im kommenden Jahr für die Euro-Zone eine Inflationsrate von 2,2 Prozent und 2002 unter zwei Prozent. Die Kerninflation bleibe aber wesentlich geringer.

Kandidaten schneiden gut ab

Ein noch stärkeres Wachstum als die EU-Mitglieder weisen die 13 Erweiterungskandidaten auf. Wie aus der ersten Prognose der EU-Kommission für diese Ländergruppe hervorgeht, können sie von 2000 bis 2002 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wirtschaftswachstum von über vier Prozent rechnen. 1999 war die Wirtschaft in den Beitrittsländern noch um durchschnittlich 0,3 Prozent geschrumpft. Das Wachstum gehe vor allem auf die starke Nachfrage in der EU zurück, in welche die Wirtschaften der Beitrittsländer immer stärker integriert werden, heißt es. Aber auch die Nachfrage aus Russland nach Produkten aus diesen Staaten habe wieder angezogen. Für die zehn Kandidatenländer werden jährliche Wachstumsraten von 4,25 bis 4,5 Prozent im Schnitt vorausgesagt.

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