Wirtschaft : Europas Börsen denken an Allianz

PARIS (AFP).Die europäischen Börsen wollen eine Allianz schließen.Wie die Pariser Börsengesellschaft SBF-Bourse am Donnerstag mitteilte, wurden die Vorsitzenden von neun Börsen für Freitag der kommenden Woche in die französische Hauptstadt eingeladen, um über das Projekt eines paneuropäischen Aktienmarktes zu diskutieren.Anstoß zu den Überlegungen habe die bereits vereinbarte Allianz zwischen den Börsenplätzen Frankfurt (Main) und London gegeben.Bei dem Treffen sollen an der Seine außer Paris, Frankfurt und London noch die Börsen von Amsterdam, Brüssel, Madrid, Mailand, Stockholm und Zürich vertreten sein.

Für eine Allianz gebe es aber bisher noch keinerlei schriftliche Abmachung, ergänzte ein Sprecher der Börse."Im Augenblick befindet man sich noch bei den Vorverhandlungen, den Diskussionen." Auch über eine Beteiligung an der Allianz zwischen Frankfurt und London gebe es keine Absichtserklärung, wies er anderslautende französische Presseberichte zurück.Diese für den 4.Januar geplante enge Verbindung zwischen Frankfurt und London war im Sommer verkündet und von Paris, das sich ausgeschlossen fühlte, in den vergangenen Monaten immer wieder heftig kritisiert worden.

Für die Anleger in den Euro-Teilnahmestaaten könnte ein Zusammenwachsen des europäischen Aktienmarktes bedeuten, daß von Januar an nicht nur die Aktienkurse einheitlich in Euro notiert werden, sondern auf absehbare Zeit auch der Erwerb von Aktien aus dem Ausland leichter wird.

Der Sprecher der Deutschen Börse AG in Frankfurt, Norbert Essing, wertete das geplante Treffen in Paris als "einen weiteren Durchbruch auf dem Weg zu einem europäischen Aktienmarkt".Die Deutsche Börse begrüße, daß Paris sich offenbar an der Allianz von London und Frankfurt beteiligen wolle, sagte er am Donnerstag.Auch der französische Wirtschafts- und Finanzminister Dominique Strauss-Kahn stufte die Diskussion zwischen den neun europäischen Börsen ebenfalls positiv ein.Dies werde die Entstehung eines "Europa der Unternehmen" so ermöglichen, wie dies in den letzten Jahren für die Finanzpolitik gegolten habe.Der gesamteuropäische Aktienmarkt werde es europäischen Unternehmen erlauben, sich zu besseren Konditionen zu finanzieren und dabei von den positven Wirkungen des Übergangs zur einheitlichen Währung zu profitieren, unterstrich Strauss-Kahn.Vor Jounalisten hatte der Minister zunächst von einem Beitritt zumindest der Börse von Paris im Januar zu der Zweier-Allianz gesprochen."Das alles scheint mir in der Logik der Sache zu liegen", hatte er erklärt.

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