Europaweit nur London attraktiver : Berlin wichtigster Standort für digitale Gründerszene

Unter den deutschen Start-up-Metropolen zieht Berlin die meisten Investitionen an. Und auch innerhalb Europas muss die Szene in der Hauptstadt keinen Vergleich scheuen.

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Auf die große Bühne. Start-ups aus Berlin sind bei internationalen Investoren zunehmend gefragt.
Auf die große Bühne. Start-ups aus Berlin sind bei internationalen Investoren zunehmend gefragt.Foto: dpa

Berlin ist nach London europaweit der wichtigste Standort für die digitale Gründerszene und die Risikokapitalgeber. Zwischen Anfang 2013 und September 2014 erhielten 145 Berliner Finanzmittel von Venture Capital-Investoren, wie aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervorgeht.

Europaweit liegt im Vergleichszeitraum demnach nur London weiter vorn. Hier erhielten 187 Start-ups entsprechende Geldspritzen. Mit 66 Transaktionen belegt Paris den dritten Platz.

Auch München und Hamburg unter den Top 15

Insgesamt stehen junge deutsche Technologiefirmen bei internationalen Geldgebern offenbar hoch im Kurs. Im Zeitraum zwischen 2010 und 2013 hat sich die Zahl der Risikokapital-Investitionen hierzulande von 111 auf 201 fast verdoppelt.

Unter den 15 attraktivsten Städten in Europa sind gleich drei deutsche vertreten. Nach Berlin auf dem zweiten Platz folgt München mit 32 Start-up-Investitionen auf Platz fünf und Hamburg mit 20 Investitionen auf Rang elf.

Im längerfristigen Vergleich der Bundesländer liegt Berlin ebenfalls vorn. Seit Anfang 2010 erhielt die dortige Start-up-Szene 298 Investitionen, gefolgt von Bayern (142), Nordrhein-Westfalen (71) und Hamburg (57).

Delivery Hero sammelt am erfolgreichsten

Als „Spitzenverdiener“ ermittelte EY das 2011 in Berlin gegründete Start-up Delivery Hero, gefolgt von Bigpoint aus Hamburg. Der Berliner Lebensmittel-Lieferant ist der internationale Ableger von Lieferheld und erhielt bislang 657 Millionen Dollar an Kapital. Der Browserspiel-Spezialist Bigpoint sammelte seit seinem Gründungsjahr 2002 insgesamt 461 Millionen Dollar an Risikokapital ein.

Auch für die nächste Zukunft erwarten die Marktbeobachter von EY, dass „erhebliche Mittel“ in die digitale Start-up-Szene in Deutschland fließen werden. Seit Anfang 2013 seien entsprechende Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 2,5 Milliarden Euro aufgelegt worden, hieß es. SAP Ventures Fund II sei dabei mit 650 Millionen Dollar der größte. (mit dpa)

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