Wirtschaft : "Europhobie"

Ostdeutsche Betriebe haben Vorbehalte gegenüber der neuen Währung

Rund 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen in den neuen Bundesländern ist der Euro nicht ganz geheuer.Ein Bruchteil nur - knapp acht Prozent - erwartet sich dagegen Vorteile.Zu diesem Ergebnis kamen die Stadtsparkasse Dresden und die Handwerkskammer Dresden, die bei rund 760 Betrieben Ende April eine Umfrage durchgeführt hatten.Sie fanden heraus: Die Einführung der europäischen Währung wollen die meisten Betriebe gar nicht, oder sie wollen sie zumindest verschieben.Denn ostdeutsche Mittelständler fürchten den Konkurrenzdruck, wie Helga Gantz, Geschäftsführerin der SAS GmbH, die die Befragung durchführte, berichtet.Daneben sehen sie zusätzliche Kosten und einen höheren Arbeitsaufwand.Letztlich sei aber der Informationsmangel für die "Europhobie" ausschlaggebend, betont das Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Dresden, Wolfgang Brune: Nur jeder zehnte Unternehmer habe sich eingehend über die europäische Währung erkundigt.Kleinere Unternehmer hätten oft weder Zeit noch Personal, um sich zu informieren.Damit riskierten sie jedoch, unvorbereitet in die Währungsumstellung hineinzuschliddern.Der Euro kommt zwei Jahre zu schnell, glaubt Manfred Meyer, Geschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.Es gebe zwar keine Alternative zu der neuen Währung, nach der Wiedervereinigung wünschten sich die ostdeutschen Mittelständler aber eine Verschnaufpause.

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