Wirtschaft : Eurotunnel-Gesellschaft erstmals mit Betriebsgewinn

Wegen hoher Schulden insgesamt noch nicht aus Verlustzone PARIS (rtr/AFP).Die Betreiber des Eurotunnels unter dem Ärmelkanal haben 1997 erstmals in der von Krisen geprägten Firmengeschichte einen Betriebsgewinn erzielt.Die britisch-französische Eurotunnel-Gesellschaft wies am Montag für 1997 einen Betriebsgewinn von 653 Mill.Franc (195 Mill.DM) aus.1996 hatte das Geschäft mit der Eisenbahnverbindung unter dem Ärmelkanal noch ein Minus von 234 Mill.Franc eingebracht.Wegen der hohen Verschuldung schrieb die Eurotunnel-Gesellschaft allerdings auch 1997 insgesamt wieder Verluste.Unter dem Strich konnte sie den Verlust lediglich um fünf Prozent auf 5,8 Mrd.Franc verringern.Endgültig will Eurotunnel 2003 aus den roten Zahlen kommen.Die Eurotunnel-Aktie legte deutlich zu. Das Unternehmen erklärte, höhere Einnahmen und beträchtliche Kostensenkungen hätten zu dem besseren Ergebnis geführt.Der Umsatz nahm um rund 17 Prozent auf 4,441 Mrd.Franc zu.Für 1998 hielt die Betreibergesellschaft an dem Ziel fest, den operativen Gewinn auf 1,082 Mrd.Franc zu verdoppeln. Eurotunnel-Präsident Patrick Ponsolle sagte dem Rundfunksender BBC, das Unternehmen werde die Gewinnschwelle um das Jahr 2003 erreichen.Das werde viel Geduld der Aktionäre erfordern.Wegen der hohen Kosten für den Bau des Kanaltunnels ist die Gesellschaft seit Betriebsbeginn unter dem Strich nicht aus den roten Zahlen gekommen.Eurotunnel steht mit umgerechnet rund 26 Mrd.Mark in der Kreide. Der 50 Kilometer lange Tunnel war nach mehrjähriger Bauzeit 1994 fertiggestellt worden.Nach Angaben von Ponsolle hätte der Nettoverlust 1997 bei nur 3,1 Mrd.Franc (930 Mill.DM) gelegen, wenn das am 29.Februar unterzeichnete Umschuldungsabkommen bereits im vorigen Jahr umgesetzt worden wäre.Die Vereinbarung mit 174 Gläubigerbanken sieht vor, die Verschuldung um mehr als die Hälfte auf 9,3 Mrd.DM zu reduzieren.Die Banken werden künftig 45,5 Prozent des Kapitals halten. Ponsolle zufolge liegt das Betriebsergebnis 20 Prozent über den Zielvorgaben für 1997.Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 4,4 Milliarden Franc.15 Millionen Menschen nutzten im vergangenen Jahr den Tunnel für ihre Reise zwischen dem Kontinent und der britischen Insel, knapp zwei Millionen mehr als im Vorjahr.Am Freitag vergangener Woche unterzeichneten die Regierungen in Paris und London auch das Abkommen über eine Konzessionsverlängerung für den Tunnel.Damit kann Eurotunnel die Schienenverbindung unter dem Kanal noch bis zum Jahr 2086 betreiben.Ursprünglich sollte die Konzession im Jahr 2052 auslaufen.Der Kurs der Eurotunnel-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag um rund vier Prozent zu.

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