Wirtschaft : Eurowings: Regionalfluggesellschaft sieht sich existenziell bedroht

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Die Existenz der deutschen Regionalfluggesellschaft Eurowings steht auf dem Spiel, sollte sich das Bundeskartellamt zu einem Verbot der Beteiligungspläne der Deutschen Lufthansa durchringen. Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende von Eurowings, Friedrich-Wilhelm Weitholz, am Wochenende. Die Wettbewerbswächter hatten in der vergangenen Woche erklärt, dass die Deutsche Lufthansa angesichts ihrer dominanten Position im innerdeutschen Fluggeschäft kaum eine Genehmigung zum Erwerb von knapp 50 Prozent an der Regionalfluggesellschaft Eurowings erhalten werde.

"Allein können wir nicht überleben", sagte ein Eurowingssprecher dem Tagesspiegel. Die bestehenden Partnerschaften mit KLM, Air France und Alitalia seien bereits aufgekündigt. Sollte das Kartellamt auf dem Verbot bestehen, müsste Eurowings seine Flotte um die Hälfte reduzieren und etwa tausend Arbeitsplätze abbauen, sagte Eurowings-Chef Weitholz gegenüber dem Magazin Focus. "Oder wir verkaufen an Ausländer."

Die Eurowings Luftverkehrs AG ist 1993 aus der Fusion der beiden privaten deutschen Linienfluggesellschaften NFD Luftverkehrs AG (Nürnberg) und der RFG Regionalflug GmbH (Dortmund) hervorgegangen. Größter Anteilseigner war mit bisher 99,91 Prozent der Aufsichtsratsvorsitzende Albrecht Knauf. Mit 42 Maschinen erzielte Eurowings 2000 einen Umsatz von knapp 730 Millionen Mark und verzeichnete erstmals über drei Millionen Fluggäste.

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