Wirtschaft : Evergreens von morgen

Anlage auf langfristiger Perspektive / Experten setzen auf Spanien

DÜSSELDORF (fw/HB).Langfristig, da sind sich fast alle Experten einige, ist Europa gut für die Aktienunternehmen, und damit auch für die Anleger.Aber wie heißen die Evergreens von morgen? Die Hauckbankbankiers in Frankfurt halten den spanischen Markt für besonders aussichtsreich.Dort seien die Arbeitskosten noch niedrig, und das Investitionsklima sei freundlich, meint Chefanalyst Jürgen Giese.Als einzelne Titel hebt er Repsol, Telefonica und Banco Santander hervor.Im Branchenvergleich räumt er besonders den Finanzdienstleistern gute Chancen ein."Dort wird es zu vielen Fusionen und Kooperationen kommen, das bringt für den Bereich eine Menge Phantasie mit sich", sagt der Experte.Er schätzt die niederländischen Titel Aegon und ING - diese Unternehmen seien besonders gut auf Europa vorbereitet.Daneben nennt er Credit Suisse: Diese Bank habe durch die Verbindung zur Winterthur einen Meilenstein in Richtung Allfinanz gesetzt.Beim Blick auf Deutschland fallen nach seiner Ansicht Aktien aus ganz anderen Branchen positiv auf: Siemens sei im Europa hervorragend positioniert mit Wachstumsbereichen wie der Halbleiter- und der Verkehrstechnik.Daneben nennt er Mannesmann wegen des Mobilfunkbereichs. Auch die Schweizer Privatbank Julius Bär setzt in Europa auf Finanzwerte.Sie erwähnt ebenfalls das Zusammengehen von Credit Suisse und die Fusion der Bayerischen Vereinsbank mit der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, die der Branche neue Fantasie gegeben habe.Auch die "offen erklärten Übernahmegelüste" der Deutschen Bank in Frankreich zeigten, daß sich einiges in diesem Bereich bewegen werde.Als eher unterbewertet und damit für den Anleger interessant schätzt Bär die französischen Titel ein, genannt werden BNP, Paribas und AGF.Nicht zu übersehen seien aber auch die englischen und die Schweizerischen Institute. Auf der Kaufliste von Bär stehen im Finanzbereich zudem Deutsche Bank, ING (Niederlande) und San Paolo (Italien).Die Schweizer legen in Deutschland und England zudem ein besonderes Augenmerk auf die Exportwerte.Die schwache D-Mark habe die deutsche Wettbewerbsposition deutlich verbessert.Davon sollten Sektoren wie der Maschinenbau, Pharma und Autos profitieren.Als einzelne Titel hebt Bär Mannesmann, Bayer und Schering sowie BMW hervor.Als "stabile und längerfristig interessante Anlage, die sich für jedes Portfolio eignet", stufen die Bär-Analysten zudem die Titel des deutschen Mischkonzerns Veba ein.Sie loben die Gewinnentwicklung, die 1997 wahrscheinlich mit zweistelligem Prozentsatz aufwärts gehe.Zur Verbesserung trügen besonders die Bereiche Öl und Handel / Dienstleistungen bei.Der Telekommunikationsbereich befinde sich immer noch in der Aufbauphase, bleibe aber laut Veba-Management mit seinen Verlusten im Plan.Hervorgehoben wird auch das Übernahmeangebot der Veba-Tochter Raab Karcher für den US-Distributor Wyle, der in den USA flächendeckend als Zulieferer für die Halbleiterindustrie vertreten sei.Die Hauckbankiers sind Veba gegenüber zurückhaltender: "Die machen eine gute Öffentlichkeitsarbeit", sagt Analyst Giese diplomatisch.Für Großbritannien argumentiert die Bank Bär genau umgekehrt wie für Deutschland: Das hohe Pfund habe die Kurse der Exportwerte gedrückt - offenbar zu stark.Daher ergebe sich ein Nachholbedarf.Anlegerinteresse sei besonders für Reuters, Siebe und GEC zu erwarten.Als gute Ergänzung eines Aktienportefeuilles sieht Bär zudem - wie die Hauckbankiers - den spanischen Wert Repsol an, der vor allem im Öl- und Gasreich aktiv ist.Der Konzern habe in den vergangenen 12 Monaten rund 2 Mrd.Dollar in Südamerika für Akquisitionen in Südamerika ausgegeben, heißt es als Begründung, eine weitere Milliarde soll bis zum Jahr 2001 fließen.Damit habe die spanische Gesellschaft eine starke Position in einem aufstrebenden Wachstumsmarkt.Zudem sei die Aktie billig.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar