Wirtschaft : Evonik will Mitte 2012 an die Börse

Essen - Der erste Anlauf für einen Börsengang fiel der Wirtschaftskrise zum Opfer, jetzt startet der Essener Chemiekonzern Evonik einen neuen Versuch: Bis Mitte nächsten Jahres will der Konzern mit rund 31 000 Mitarbeitern an die Börse, wie Vorstandschef Klaus Engel am Mittwoch ankündigte. Evonik würde mit geschätzten zehn Milliarden Euro Börsenwert ein Kandidat für den Dax.

Doch davor liegt eine Gratwanderung, die Evonik nur mit vorsichtigen Schritten schaffen kann. Das Management muss einerseits die Investoren überzeugen, die kühl den Ertrag des eingesetzten Kapitals bilanzieren. Und zugleich gelten für das Unternehmen wegen seiner Herkunft aus dem Ruhrkohlekonzern RAG weiter besondere Regeln.

Der Evonik-Haupteigentümer, die RAG-Stiftung, muss aus den Erlösen laut Gesetz die Dauerlasten der Steinkohle finanzieren. Die Stiftung wird auch auf jeden Fall eine Sperrminorität behalten. Ob Evonik den Sprung wagt, entscheidet letztlich das Stiftungskuratorium mit Vertretern der Bundes- und Landespolitik und der Gewerkschaft IG BCE.

Für 2010 legte Evonik Rekordzahlen vor: Der Umsatz legte vor allem durch rasantes Wachstum der Chemiesparte um 26 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro zu, der operative Ertrag (Ebit) kletterte um 89 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, der Konzerngewinn schoss auf 734 (Vorjahr: 240) Millionen Euro in die Höhe. Auch Wettbewerber hatten vom Aufschwung profitiert. Die Chemiebranche gilt als Konjunkturbarometer, da ihre Produkte in allen großen Industriezweigen benötigt werden. Wenn dort die Nachfrage steigt, spüren die Chemieunternehmen das sofort in ihren Auftragsbüchern.dpa/rtr

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