Wirtschaft : Evotec nähert sich der Gewinnschwelle

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Die Biotechnologie-Firma Evotec OAI könnte noch in diesem Jahr die Gewinnschwelle (siehe Lexikon ) erreichen. Optimistisch stimmt die Firma vor allem ein hoher Auftragsbestand zu Jahresbeginn - es sei der bisher beste in der Firmengeschichte und decke bereits 40 Prozent des von Analysten in diesem Jahr erwarteten Umsatzvolumens ab, sagte der Vorstandsvorsitzende Jörg Aldag am Montag bei der Vorlage der Bilanz für 2001.

Zufrieden sind die Analysten trotzdem nicht. Das liegt daran, dass die Hamburger Evotec ihr Wachstum vor allem auf der fusionierten Oxford Assymmetry International (OAI) aufbaut. Das Biotech-Unternehmen hatte den englischen Chemiedienstleister vor zwei Jahren gekauft. "Evotec lebt vor allem von OAI", sagte Sabine Eberhardt, Biotech-Analystin von Merck & Finck. Das von Evotec seit einem Jahr propagierte ursprüngliche Geschäftsmodell, im Auftrag der Pharmaindustrie Wirkstoffe für die Medikamentenentwicklung zu suchen, zeige dagegen nicht den gewünschten Erfolg, sagte Eberhardt. Sie empfiehlt die Evotec-Aktie zum Verkauf.

Dabei lagen die Zahlen durchaus im Rahmen der Analysten-Erwartungen. Der Umsatz stieg nach Unternehmensangaben um 124 Prozent auf 63,2 Millionen Euro, zu einem großen Teil zurückzuführen auf die Übernahme von OAI. Der operative Verlust verringerte sich um rund elf Prozent auf minus 12,8 Millionen Euro. "Beim operativen Ergebnis gibt es eine deutliche Bewegung in Richtung Gewinnschwelle", sagte Evotec-Chef Aldag. Diese könnte schon in diesem Jahr erreicht werden. Die positive Aussicht honorierte auch die Börse. Der Kurs der Aktie stieg am Neuen Markt bis zum Nachmittag um knapp zwei Prozent.

Von den Höchstständen des letzten Jahres ist Evotec wie auch die meisten anderen deutschen Biotech-Unternehmen aber noch weit entfernt. Die Werte würden durch die allgemein schlechte Börsen- und Konjunkturstimmung "kollektiv heruntergezogen", sagte Merck & Finck-Analystin Eberhardt. Dabei habe die konjunkturelle Lage kaum Einfluss auf die Firmenentwicklung. Eine Erholung für die Biotechnologie-Werte erwartet Eberhardt erst, wenn auch der Gesamtmarkt wieder anzieht.

WOM mit Gewinnrückgang

Weniger gute Nachrichten als das Biotech-Unternehmen Evotec hatte die Berliner Medizintechnik-Firma World of Medicine (WOM) für die Aktionäre: Der am Neuen Markt notierte Berliner Medizingerätehersteller hat 2001 deutlich weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 65 Prozent auf rund 600 000 Euro, teilte das Unternehmen am Montag mit. Noch im Dezember war WOM von einem Vorsteuergewinn von einer Million Euro ausgegangen. WOM-Chef Peter Wiest begründete das schlechte Abschneiden vor allem mit hohen Aufwendungen für den Aufbau des Auslandsgeschäftes in Asien und den USA. Der Aktienkurs brach bis zum Nachmittag um bis zu sieben Prozent ein.

In dieser Woche werden auch die Berliner Medizintechnikfirmen Eckart & Ziegler und aap Implantate Zahlen vorlegen.

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