Wirtschaft : Evotec: Vorstand irritiert die Börse

Der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende des Biotechnologieunternehmens Evotec, Karsten Henco, tritt von seinem Posten als Vorstandschef zurück. Nachfolger werde zum 30. Juni 2001 Finanzvorstand Jörn Aldag, teilte das am Neuen Markt notierte Unternehmen am Mittwoch mit. Der Posten des Finanzvorstandes bleibt einstweilen unbesetzt. Der Aktienkurs brach am Mittwoch um fast zehn Prozent auf 16,40 Euro ein. Henco und Evotec-Präsident Edwin wechseln in den Aufsichtsrat. Henco wolle auf das tagtägliche Management verzichten und sich künftig mehr auf die entwicklungstechnischen Aspekte konzentrieren, sagte Aldag dem Tagesspiegel. Das Unternehmen müsse jetzt andere Prioritäten setzen und sich marktorientierter ausrichten. Pol Bamelis, Vorstand Forschung und Entwicklung der Bayer AG, wird zum 1. Mai 2001 ebenfalls dem Aufsichtsrat von Evotec beitreten. Roland Oetker und Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger scheiden aus dem Gremium aus.

Analysten sehen die Veränderung an der Evotec-Spitze mit Skepsis. "Ein Management-Wechsel ist keine gute Nachricht", sagte Meng Si, Analystin bei der Bankgesellschaft Berlin. Obwohl sich Aldag als Finanzvorstand bewährt habe, befinde sich Evotec durch die Integration der übernommenen Oxford Asymmetry International (OAI) derzeit in einer Wachstumsphase. Ein Wechsel an der Unternehmensspitze komme daher zu keinem guten Zeitpunkt. Die Analystin stuft Evotec mit "Halten" ein. Auch die Analysten von SES Research bewerten Evotec derzeit mit "Marketperformer". Sie bescheinigen dem Unternehmen gute Aussichten, ein bedeutender Dienstleistungspartner der Pharmabranche zu werden.

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