Wirtschaft : Ewiges Wachstum

Nicht nur der richtige Schnitt macht attraktiv – Pflegemittel wirken gegen trockenes und sprödes Haar

Julia Gebert,Silke Messner

Von Julia Gebert

und Silke Messner

Brasiliens Friseure hatten bei der letzten Fußball-Weltmeisterschaft alle Hände voll zu tun. Bis der letzte Jungenkopf mit einem Ronaldo-Schnitt veredelt war, riss der Ansturm auf die Salons nicht ab. Neue Stylings werden oft millionenfach kopiert. Auch Kai-Uwe Dalichow von der Berliner Friseur-Innung hat so manchen Haifischflossen-Irokesenschnitt gelegt. Die richtige Frisur und schönes Haar sind den meisten ebenso wichtig wie die richtige Kleidung. „Im Moment ist wieder Natürlichkeit angesagt. Das Haar soll locker und leicht sitzen“, sagt Dalichow. Der richtige Schnitt dazu ist das eine. Aber der reicht nicht: seidig-glänzend sollte das Haar sein. Wer nicht von Natur aus damit gesegnet ist, hat aber noch nicht verloren – Pflegeprodukte könnten ihn retten.

Feuchtigkeit bringt Glanz

Wie zum Beispiel die Mittelchen aus der Liquid-Silk-Serie von Gliss Kur (siehe Abbildung unten), die versprechen, das Haar glatt zu machen. Die Produktreihe arbeitet mit der genannten Anti-Frizz-Wirkung. Die Idee kommt aus Amerika, wo es seit langem Shampoo-Serien speziell für problematisches Haupthaar gibt, das sich bei Sprühregen leicht kräuselt und doch eigentlich so schimmern soll wie die Haarpracht von Jennifer Aniston. Die Schauspielerin selbst soll Stammkundin der Marke John Frieda sein – ein Hersteller, dessen Haarpflegemittel viele Stars loben. John Frieda entwickelt sogar Shampoos für bestimmte Naturhaarfarben: Das Frieda Sheer Blonde Shampoo soll nur für helle Haartypen gemacht sein.

Wichtiger als die Haarfarbe ist aber, dass das Haar schön glänzt. Der Alptraum ist trockenes, sprödes Haar. Dem Kosmetik-Hersteller Wella zufolge finden 20 Prozent aller Frauen ihr Haar zu trocken. Die Industrie hat sich deswegen diesem Trend gewidmet: Feuchtigkeit ist das Thema der Saison. Es gibt jede Menge neuer Pflegeprodukte, die das Haar zum Schimmern bringen sollen. Wella versucht das mit Shampoo, Spülung und Kur aus der Serie Vivality. Die Pflegemittel sollen dem Haar nur durch die Wäsche extra Feuchtigkeit bringen. Damit man erst gar keine neue Feuchtigkeit braucht, kann man dem Austrocknen auch vorbeugen – zum Beispiel mit einem Shampoo aus der Aqua-Balance-Serie von Guhl. Die Produktreihe enthält Mineralien und Quellwasser und soll so Haar und Kopfhaut aufbauen (um vier Euro).

Auch Pantene Pro-V hat eine Produktreihe für Problem-Haar konzipiert: Das Repair & Care Pflegesystem (rund 2,50 Euro) soll mit „einer besonders hohen Konzentration an Pflegestoffen“ geschädigtes Haar heilen. Wer wissen will, wie es um die Gesundheit seiner Haare bestellt ist, kann das im Sommer diesen Jahres per Computer herausfinden. Dann kann man sich von dem Pantene Pro-V Haar-Scanner seinen Kopf scannen lassen (Infos unter www.pantene.de ). Wer gesundes Haar hat, aber die Lockenmähne gerne legen möchte, kann mit der Nivea–Hair-Care-Serie nachhelfen. Die soll selbst den wildesten Filzkopf entzausen. Shampoo (etwa 2,50 Euro) und Spülung gibt es schon jetzt, ab Mai folgen Gel, Spray und Haarlack.

Haare mit Sonnenbrand

Nicht nur die Haut, auch die Haare leiden unter Sonnenstrahlen. Zuviele UV-Strahlen machen das Haar trocken und spröde. Schützen kann man es mit einem UV-Spray. „Bei den UV-Sprays legt sich eine isolierende Schicht aus fettfreien, lufttrocknenden Ölen um das Haar. Die Öle verdunsten wieder. Zurück bleibt ein schützender Mikrofilm aus Silikon mit eingebautem UV-Filter“, sagt Viola Fritsch von L’Oréal Paris. Das Spray von L’Oréal kostet etwa acht Euro, für ein UV-Spray von Nivea zahlt man 2,70 Euro.

Doch nicht jeder kann diese trendigen Mittelchen bedenkenlos testen. Denn bei vielen reagiert die Kopfhaut allergisch oder zumindest empfindlich auf manche Inhaltsstoffe der Pflegemittel. Wer auf all die fruchtig duftenden Neuheiten verzichten muss, kann auf die Produkte der Firma Allergika zurückgreifen: Shampoos und Spülungen ohne Konservierungsstoffe und ätherische Öle (ab acht Euro) schaden garantiert nicht mal sensibler Haut. Sogar eine Punkfrisur kann man haut- und haarverträglich stylen – mit dem Natural Styling Haarspray für 7,29 Euro. Erhältlich sind die Produkte unter www.allsana.de oder in Apotheken und Bio-Läden.

Wenn alles nichts hilft und sich der gewünschte Glanz auf dem Kopf partout nicht einstellen will, kann man zu einem Glanzspray greifen, zum Beispiel Bonacure Boost von Schwarzkopf Professional für 9,50 Euro. Es kann nach dem Trocknen einfach aufgesprüht und abends wieder ausgebürstet werden. Am besten mit einer guten Bürste mit abgerundeten Borsten, zum Beispiel von Clinique (bei Douglas, um 10 Euro).

Nicht nur sprödes Haar kann stressen. Einige Männer wären froh, wenn sie wenigstens das hätten. Gegen eine beginnende Glatze soll zum Beispiel das Alpecin After Shampoo Liquid helfen. Die Kombination aus Zink, Caffein, Niaciamid und Vitamin A soll das üble Schicksal zumindest hinauszögern. Da das Liquid flüssig ist, gelangt es direkt an die Haarwurzel und soll so das Wachstum stimulieren. Gleichzeitig ist das Shampoo eine kühlende Erfrischung für die Kopfhaut. Ein ausführlicher Bummel in der Haarpflege-Abteilung kann sich also für beide Geschlechter lohnen.

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