• Ex-Arcandor-Chef zur Lage der Kaufhäuser: Middelhoff: Karstadt und Kaufhof müssen sich zusammenschließen

Ex-Arcandor-Chef zur Lage der Kaufhäuser : Middelhoff: Karstadt und Kaufhof müssen sich zusammenschließen

Nicht genug Platz für zwei: Manager Thomas Middelhoff will Karstadt und Galeria Kaufhof fusioniert sehen. Und lehnt jede Verantwortung für die Insolvenz des Arcandor-Konzerns ab.

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Thomas Middelhoff steht in Zusammenhang mit der Arcandor-Pleite vor Gericht. Foto: dpa
Thomas Middelhoff steht in Zusammenhang mit der Arcandor-Pleite vor Gericht.Foto: dpa

Berlin - Der Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hält Karstadt und Kaufhof nur gemeinsam für überlebensfähig. „Ich bin überzeugt, dass es zu einem Zusammenschluss beider Unternehmen kommen muss“, sagte der Manager dem Tagesspiegel.  „Es ist nicht genug Platz am Markt für zwei Warenhauskonzerne.“ Wettbewerb mit dem gleichen Geschäftsmodell über die Straße funktioniere nicht. „Ich kann nur hoffen, dass neben allen notwendigen operativen Anstrengungen auch die genannten wichtigen strukturellen Entscheidungen getroffen werden, um Karstadt wieder wettbewerbsfähig zu machen“, sagte er mit Blick auf den Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen.

 Middelhoff, der 2009 kurz vor der Insolvenz den Warenhaus- und Touristikkonzern Arcandor verließ, wehrte sich gegen die Vorwürfe im Zusammenhang mit der Pleite. „Als ich Arcandor verließ, war von Insolvenz nicht die Rede“, sagte der Manager, der gerade mit dem chinesischen Geschäftsmann Bruno Wu das Medienunternehmen BT Capital gegründet hat. Das Konzept Planinsolvenz sei entwickelt worden, nachdem Middelhoff bereits Arcandor verlassen habe. „Mein Nachfolger Karl-Gerhard Eick trägt hierfür die Verantwortung. Er hat die Planinsolvenz beschlossen und ist gescheitert“, sagte Middelhoff. 

 Die Schwierigkeiten, die Karstadt heute habe, schmerzten ihn sehr. „Ich habe versucht, mit allen Mitteln und Kräften, die mir zur Verfügung standen, dafür zu sorgen, dass Karstadt zukunftsfähig wird. Es ist hart mit anzusehen, wie die Erosion des Unternehmens fortschreitet, ohne dass die Wende absehbar ist“, sagte Middelhoff. Das Interview im Wortlaut lesen Sie in unserer gedruckten Montagsausgabe.

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