Wirtschaft : Ex-Chef von Boss führt Rodenstock

München - Der Brillenhersteller Rodenstock hat sich überraschend von seinem Chef Giancarlo Galli getrennt. Galli habe das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Unternehmensentwicklung verlassen, teilte Rodenstock am Freitag in München mit. Zu den Hintergründen wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Übergangsweise übernehme der frühere Chef des Modekonzerns Hugo Boss, Peter Littmann, die Aufgaben Gallis. Littmann ist Aufsichtsrat von Rodenstock. Er habe zugesagt, die Wachstumsstrategie des Brillenherstellers zu unterstützen, bis ein externer Nachfolger gefunden sei.

Der gebürtige Schweizer Galli stand seit November 2003 an der Spitze von Rodenstock und hatte den Chefposten von Randolf Rodenstock übernommen. Die Familie hat sich im Zuge der Übernahme des Unternehmens durch den Finanzinvestor Bridgepoint zurückgezogen. Zuletzt hatte Galli berichtet, dass die Umsätze des Brillenherstellers von 371,7 Millionen Euro 2006 im vergangenen Jahr um sieben Prozent zugelegt hätten. Auch für 2008 hatte Galli ein Wachstum in mindestens dieser Größenordnung in Aussicht gestellt.

Bridgepoint begrüßte die Berufung Littmanns. Er verfüge über umfassende Erfahrung in der Konsumgüterindustrie und im Aufbau hochwertiger Marken. Der Modemanager ist Gründer und Chef der Brandinsider GmbH, eines Beratungsunternehmens für Markenstrategien. Littmann solle die Produktpalette gezielt ausbauen, um neue Zielgruppen anzusprechen, hieß es. Neben modischen Brillen biete auch das Geschäft mit Sport- und optischen Sonnenbrillen Entwicklungschancen für Rodenstock. dpa

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