Wirtschaft : Ex-Heros-Chef streitet alle Vorwürfe ab

Hildesheim - Der Ex-Chef des ehemals größten deutschen Geldtransporteurs Heros, Karl-Heinz Weis, hat Untreuevorwürfe vor Gericht abgestritten. Gemeinsam mit einem Bereichsleiter ist der 59-Jährige angeklagt, knapp 12,9 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt zu haben. „Ich habe kein Geld bekommen“, sagte er am Dienstag im Landgericht Hildesheim. Er war bereits zu zehn Jahren Haft wegen Untreue und Bankrotts zum Nachteil der Heros-Kunden schuldig gesprochen worden. Auch der 50 Jahre alte Bereichsleiter hatte in seiner Aussage bestritten, selbst in die Heros-Kasse gegriffen zu haben. Weis, der sich erstmals in diesem Prozess äußerte, berichtete zwar von Treffen mit dem Angestellten auf einer Raststätte bei Hannover. Geld oder Schecks will er aber nicht erhalten haben.

Den Mitangeklagten belastete er indes schwer: Der 50-Jährige sei von Anfang an in die Geschäfte von Heros involviert gewesen, sagte Weis. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um 38 Untreuefälle mit Summen zwischen jeweils 100 000 und 500 000 Euro. Das Geld sollen die beiden Angeklagten unter anderem für teuren Schmuck, wertvolle Uhren, Luxus-Autos und Eigentumswohnungen ausgegeben haben.

Der Bereichsleiter hatte in der Verhandlung ausgesagt, er habe nach Anrufen von Weis Geld bei der Bundesbank bestellt, von Fahrern abholen lassen und an den Chef übergeben. Weis und andere Spitzenkräfte hätten Druck auf ihn ausgeübt, er habe Angst um seinen Job gehabt. Der zuvor arbeitslose und verschuldete Mechaniker war bei Heros erstaunlich schnell aufgestiegen. Bereits kurz nach seiner Einstellung im Januar 1991 hatte er teure Autos, später mehrere Grundstücke und zwei Eigentumswohnungen auf Sylt. 1995 will er dem Heros-Chef persönlich 1,25 Millionen Mark aus seinem Privatvermögen geliehen haben, da es in der Firma finanzielle Probleme gab. dpa

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