Wirtschaft : Ex-HRE-Chef bekommt mehr Geld

München - Der ehemalige Chef der Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, hat am Freitag vor dem Münchner Landgericht eine Abfindung erstritten. Für zwei Monate soll die HRE ihm im ersten Schritt 150 000 Euro Gehalt nachzahlen, insgesamt will Funke rund vier Millionen Euro. Funke hatte als HRE-Chef 75 000 im Monat Euro verdient und bekam am Jahresende zudem einen dicken Bonus. Das Urteil lässt erneut Diskussionen um die Managergehälter aufkommen.

„In einem Rechtsstaat hat der Arbeitsvertrag nun einmal Vorrang“, sagt Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Nur um dieses Schriftstück ging es in dem Verfahren. Darin war Funke bis zum Jahr 2013 ein Festgehalt von mehr als 800 000 Euro jährlich zugesichert worden. „Wenn der Aufsichtsrat so dumm ist, solche Verträge zuzulassen, muss er jetzt in die Verantwortung genommen werden“, sagt der ehemalige HRE-Aktionär Bohdan Kalwarowskyj. Die Aktionäre in Deutschland können sich zwar dank neuer Vorschriften über das Jahresgehalt der Vorstände informieren. Oft sind die Tabellen und Erläuterungen aber so unübersichtlich, dass kaum nachvollziehen ist, woran die Bonuszahlungen geknüpft sind. „Da brauchen wir eindeutig mehr Transparenz“, sagt Aktionärsvertreter Cabras.

Als Vorbild sieht er die USA, wo Firmen die Bezahlung ihrer Manager in einer Art Vordruck eintragen müssen. Dadurch seien auch Unterschiede oder Missverhältnisse erkennbar. Bei der HRE, die seit einem Jahr dem Bund gehört, schauen die Kontrolleure inzwischen genauer hin. Die Vorstandsbezüge sind durch die Gehaltsobergrenze von 500 000 Euro pro Jahr für staatlich gestützte Banken gedeckelt und auch bei den Boni-Zahlungen mussten sich die Mitarbeiter und Manager mit zusammen 25 Millionen Euro für das Jahr 2009 begnügen. dpa

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