Wirtschaft : Ex-Manager klagt gegen Siemens Anti-Korruptionsexperte will weiter dort arbeiten

München - Der frühere Anti-Korruptionsbeauftragte der Siemens AG, Albrecht Schäfer, klagt vor dem Arbeitsgericht München gegen seine Kündigung. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, trägt Schäfers Anwalt in der Klageschrift vor, sein Mandant habe den Vorstand frühzeitig und umfassend über „systematische und planmäßige“ Verstöße gegen interne Richtlinien informiert. Das lasse sich im Detail belegen. Siemens hatte den Vertrag von Schäfer im August gekündigt, weil der Jurist Vorstand und Aufsichtsrat nicht ausreichend über Hinweise auf Korruption informiert habe. Die Güteverhandlung sei am 24. September.

Wie der „Spiegel“ berichtet, besteht der Jurist auf Weiterbeschäftigung. An einigen Stellen enthalte die Klagebegründung unverhohlene Andeutungen. „Der Kläger behält sich vor, weitere und detaillierte Ausführungen zur Information über systematische und planmäßige Compliance- Verstöße im Unternehmen zu leisten“, zitiert das Magazin aus dem Papier.

Unterdessen habe die Affäre um Schmiergeldzahlungen der Siemens- Kraftwerkssparte auch Israel erreicht. Die Israel Securities Authority ermittle gegen einen Manager des staatlichen Energiekonzerns IEC wegen Verdachts der Bestechlichkeit. Er soll von der Kraftwerkssparte des Konzerns Millionen bekommen haben, damit Siemens in den Jahren 2003/2004 einen Auftrag über jeweils 100 Millionen Euro für die Lieferung von zwei Turbinen an die IEC erhalte. Insgesamt sollen rund fünf Millionen Euro für das Projekt geflossen sein. dpa

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