Wirtschaft : Ex-Manager von Schieder bleiben in Haft Nach Bilanzskandal wird Möbelhaus notsaniert

Schieder-Schwalenberg - In der Affäre um mögliche millionenschwere Bilanzfälschungen bei Europas größtem Möbelhersteller Schieder sitzen vier Ex-Manager nach ihrer gestrigen Festnahme in Untersuchungshaft. Die Haftbefehle gegen die Männer im Alter zwischen 42 und 70 Jahren seien am Dienstagabend vollstreckt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Den Managern wird vorgeworfen, Bilanzen für die Geschäftsjahre 2004/2005 und 2005/2006 um mindestens 34 Millionen Euro geschönt zu haben. Dadurch habe das Unternehmen Kredite in Höhe von 283 Millionen Euro erhalten, die ohne die Bilanzfälschungen möglicherweise nicht gewährt worden wären.

Nach Informationen der Bielefelder Zeitung „Neue Westfälische“ könnten bei der zur Stabilisierung des Unternehmens geplanten Sanierung 3500 bis 4000 Stellen wegfallen, 80 Prozent davon in den polnischen Möbelwerken. Schieder beschäftigt insgesamt 11 000 Menschen, etwa 1000 bis 1200 davon nach Angaben des Konzernbetriebsrats in Deutschland. Die Beschäftigten seien angesichts der Bilanzfälschungen „sehr erbost“, sagte Konzernbetriebsratschef Johannes Viefhues. Die Produktion laufe aber normal weiter, auch die Lieferanten spielten mit. Für den 15. Juni sei eine Betriebsversammlung geplant.

Die neue Unternehmensführung hofft unterdessen, die Krise überwinden zu können. Ein ursprünglich für Ende Juni in Aussicht gestellter Restrukturierungsplan soll nun schon früher stehen, sagte ein Sprecher. „Wir sind zuversichtlich, innerhalb der nächsten zwei Wochen die Krise zu überwinden“, sagte bereits am Dienstag Ulrich Wlecke, Geschäftsführer der Restrukturierungsberatung Alix Partners und seit Mitte Mai Interim-Geschäftsführer der Schieder Möbel Holding GmbH.dpa

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