Ex-Porsche-Chef : 50 Millionen für Wiedeking: Ist das gerecht?

Wendelin Wiedeking hat verloren. Aber der Ex-Porsche-Chef bekommt für seinen Abgang eine Abfindung von 50 Millionen Euro. Ist das in Zeiten der Krise in Ordnung? Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit!

 Christian Tretbar
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Wendelin Wiedeking. Millionenabfindung für einen Manager, der seine Firma mit riskanten Übernahmeplänen an den Rand des Ruins...Foto: ddp

Es hätte deutlich mehr werden können. Von bis zu 250 Millionen Euro Abfindung war die Rede. Nun hat Wendelin Wiedeking 50 Millionen, von denen er die Hälfte spenden will. Im Vergleich zu 250 Millionen Euro sind 25 Millionen Netto-Abfindung einerseits vergleichsweise gering. Ohne die vorher aufgebaute Relation würde die Abfindungssumme andererseits in einem anderen Licht erscheinen.

Aber Aufregung gibt es in jedem Fall über die höchste Abfindung, die jemals an einen deutschen Manager bezahlt wurde. „Es macht einen schon fassungslos, zu sehen, dass jemand im Prinzip ein Unternehmen an die Wand fährt und dafür am Ende noch mit mehreren Millionen belohnt wird“, sagt Joachim Poß, SPD-Finanzexperte. Dass Wiedeking überhaupt noch Geld für seinen Abgang bekommt, hält Poß für unbefriedigend. Die Größenordnung spiele da beinahe keine Rolle mehr. Aber Wiedeking sei letztlich auch nur Teil eines Systems, das nach wie vor für Misswirtschaft Boni auszahle. „Auf solch einer Basis kann eine Volkswirtschaft auf Dauer nicht existieren“, sagt Poß. Die 25-Millionen-Spende ändere auch nichts an dieser Tatsache. „Das kaschiert den ganzen Vorgang nur“, erklärt Poß. Sein Parteifreund Björn Böhning fordert im Gespräch mit „handelsblatt.com“ sogar, Auswüchsen bei Abfindungen per Gesetz entgegenzuwirken. Auch bei der CDU gibt es Unmut. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Otto Bernhardt, hält diese Abfindung für ein falsches Signal in Zeiten der Krise. Dietmar Bartsch, Bundesgeschäftsführer der Linken, sagt: „Diese Summe ist absurd hoch und steht in keiner Relation zu irgendeiner geleisteten Arbeit.“

Lob bekommt Wiedeking dagegen vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Seine Absicht, mit einem Teil seiner Abfindung eine gemeinnützige Stiftung zu gründen, sei ein „ermutigendes Beispiel“ für andere Manager, erklärte der Verband. „Während Unternehmen in Deutschland oft stiften, besteht bei Topmanagern großer Nachholbedarf“, sagte sagte Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes.

Die Familie Porsche Wiedeking nach Angaben von Wiedeking-Anwalt Jobst-Hubertus Bauer zunächst 140 Millionen Euro Abfindung geboten. Porsche-Erbe Wolfgang Porsche habe Wiedeking die Summe vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats schriftlich zugesichert, erklärte Bauer. Allerdings gab es dafür keine Mehrheit. Wiedeking selbst habe niemals eine Forderung in irgendeiner Höhe gestellt. mit AFP

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