Ex-Postchef : Zumwinkel gibt Ämter ab

Langsamer Rückzug: Offenbar gibt der wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung zurückgetretene Ex-Postchef nun auch seine Posten in den Präsidien der Wirtschaftsspitzenverbände auf. Lediglich beim Touristikkonzern Arcandor wird Zumwinkel weiterhin seinen Job als Aufsichtsrat behalten.

Zumwinkel
Nimmt seinen Hut: Klaus Zumwinkel. -Foto: ddp

MainzZumwinkel habe den Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Jürgen Thumann und Dieter Hundt, schriftlich seinen Rücktritt mitgeteilt, berichtet das ZDF unter Berufung auf Verbandskreise. Zumwinkel hatte im Zusammenhang mit der Steueraffäre um Stiftungen in Liechtenstein seinen Chefposten bei der Deutschen Post Mitte Februar geräumt.

Bislang haben die Verbände den Rücktritt Zumwinkels noch nicht offiziell bekannt gegeben. Der BDI bestätigte aber auf ZDF-Anfrage, dass Zumwinkels Rücktrittsschreiben am 25. Februar eingegangen sei. Die BDA habe zum gleichen Zeitpunkt ein entsprechendes Schreiben Zumwinkels erhalten, berichtete der Fernsehsender weiter. Demnach wollten beide Verbände die Personalie nicht kommentieren, seien aber über die Entscheidung Zumwinkels erleichtert. Druck sei auf den Ex-Postchef nicht ausgeübt worden.

Zumwinkel ist derzeit noch Aufsichtsratmitglied bei der Lufthansa AG und beim Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Beide Mandate laufen Ende April turnusmäßig aus. Bei Lufthansa ist Zumwinkel nicht mehr für den Aufsichtsrat nominiert. Bei Arcandor kandidiert er auf der Hauptversammlung am 24. April erneut. Offiziell kommentiert der Konzern die Kandidatur Zumwinkels nicht. Seine Wiederwahl gelte jedoch als gesichert, berichtete das ZDF. In dem Unternehmen werde seine bisherige Tätigkeit als Aufsichtsratmitglied sehr gelobt. (sba/AFP)

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