Wirtschaft : Ex-VW-Chef Pischetsrieder schöpfte keinen Verdacht

Braunschweig - Im Prozess um die VW-Korruptionsaffäre hat Ex-Konzernchef Bernd Pischetsrieder seine Mitwisserschaft in dem Skandal bestritten – ebenso wie in der vergangenen Woche VW-Patriarch Ferdinand Piëch.

Schmiergeldforderungen und die umstrittenen Abrechnungsmethoden über Eigenbelege ohne Nachweis seien ihm erst im Nachhinein bekannt geworden, nachdem die Affäre im Juni 2005 aufgeflogen war, sagte Pischetsrieder als Zeuge vor dem Braunschweiger Landgericht am Dienstag. Angeklagt sind dort der frühere VW-Betriebsratschef Klaus Volkert und Ex-Personalmanager Klaus- Joachim Gebauer. Sie müssen sich wegen Anstiftung zur Untreue und Untreue verantworten. Zu einem Gespräch über den Fortgang des Prozesses trafen am Nachmittag die Parteien zusammen. Ergebnisse wurden nicht bekannt. Möglicherweise kann das Verfahren gestrafft werden. Bisher ist das Urteil für Ende März vorgesehen.

Pischetsrieder, der von April 2002 bis Ende 2006 VW-Chef war, sagte aus, er habe gewusst, dass Volkert wie ein Markenvorstand behandelt wurde. Der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz habe ihm dies mitgeteilt. Pischetsrieder fügte hinzu, dies sei ihm „plausibel und richtig“ erschienen, angesichts der Rolle, die Volkert im Konzern gespielt habe. „Es ist völlig klar, dass die Sanierung von VW in den Neunzigerjahren ohne einen Menschen wie Herrn Volkert nicht möglich gewesen wäre.“ Die Wertschätzung des Betriebsrates habe allerdings überhaupt nichts mit der finanziellen Ausstattung zu tun gehabt. dpa

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