Wirtschaft : Existenzgründer-Messe zeigt Wege in die Selbständigkeit

Informations-Schau vom 26.Februar bis 1.März in Nürnberg NÜRNBERG (rtr).Als Thema des Jahres bezeichnen es die Messe-Organisatoren: Der erfolgreiche Weg in die Selbständigkeit.Angesichts der Zahl von fast fünf Millionen Arbeitslosen in Deutschland finden Bemühungen, neue Stellen zu schaffen, viel Beachtung.Die Existenzgründermesse START vom 26.Februar bis 1.März in Nürnberg soll potentiellen Firmengründern Informationen und Kontakte bieten, als Selbständige zu bestehen.50 000 Besucher dürften zur ersten überregionalen Messe dieser Art in Deutschland kommen, erwarten die Veranstalter.Unter den Ausstellern seien Venture Capital Anbieter, Unternehmens- und Personalberater und Behörden. Probleme, prominente Partner zu finden gab es nicht.Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, ist Schirmherr der Messe.Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber eröffnet diese Messe und kann mit seiner Präsenz seinen Ruf als Förderer zukunftsträchtigen Wirtschaftens aufpolieren - zumal in Wahlkampfzeiten. Der Geschäftsführer des Veranstalters International Marketing Partners (IMP), Klaus Derbe, ist sich des Erfolgs der Messe gewiß: "Das Thema ist aktuell, und das haben auch die Politiker erkannt", sagt er.Auf immerhin rund 200 000 Neugründungen im Jahr schätzt er das Potential, das zu erschließen sei.Und da eine Neugründung durchschnittlich drei bis vier Arbeitsplätze schaffe, könne das einen großen Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit leisten. Derbe kritisierte, daß die Handwerkskammern nicht an der Messe teilnähmen.Existenzgründungen seien für sie offenbar kein Arbeitsschwerpunkt.Zudem hätten sie Angst vor der Aufweichung der Meisterwürde.Auch Großbanken seien auf der Messe nicht dabei.Die geringe Kreditsumme für Existenzgründungen lohne sich für deren Geschäft oftmals nicht.Angesichts des Scheiterns vieler Firmengründer werde aber auch der große Bedarf an Hilfestellungen und Informationen deutlich, erklärt Derbe.Zudem wollen die Messeveranstalter Rat geben, wie Firmen störungsfrei vererbt beziehungsweise an einen neuen Eigentümer übergeben werden können.In den nächsten zehn Jahren wechseln nach Derbes Worten rund 700 000 Unternehmen mit Millionen von Mitarbeitern den Besitzer. Auch die Bundesanstalt für Arbeit hat das Thema in der Prioritätenliste weit nach oben gerückt."Wir haben in den vergangenen drei Jahren rund 250 000 Arbeitslosen mit Überbrückungsgeld den Weg in die Selbständigkeit geebnet", sagt ein Sprecher.Immerhin 70 Prozent davon seien auch nach zwei Jahren noch im Geschäft gewesen. Die Unternehmensbeobachter der Creditreform Wirtschaftsforschung warnen vor Euphorie.Die Hoffnung auf nennenswert mehr neue Arbeitsplätze "wird sich nur langfristig erfüllen", schreiben sie in einer Analyse über die "neuen Selbständigen".Das Risiko des Scheiterns sei hoch: "Zunächst löst ein beschleunigtes Gründungsgeschehen auch einen hohen Zugang der Löschungen" im Handels- oder Gewerberegister aus.Eine bescheidene Gründerwelle gibt es aber schon.Knapp 100 000 Neugründungen zählten die Creditreform-Forscher im vergangenen Jahr.Und damit wurden in Westdeutschland über 227 000, im Osten 67 000 neue Stellen geschaffen.

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