Wirtschaft : Experte nennt das Projekt sinnlos und prognostiziert Millionenverluste

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Der Transrapid wird auch in der einspurigen Variante den Betreibern "deutliche Verluste" bescheren. Das sagte Rudolf Breimeier, der bis 1997 in der Zentrale der Deutschen Bahn AG für die Bewertung großräumiger Infrastrukturprojekte zuständig war, dem Tagesspiegel. Breimeier hatte im Mai für Aufregung gesorgt, als er in einer Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Magnetbahnverbindung Berlin-Hamburg vor Verlusten von jährlich 70 bis 100 Millionen Mark für die Deutsche Bahn gewarnt hatte.

Dies werde auch in der einspurigen Version nicht anders sein, sagte Breimeier nun. Er begründete dies mit weiterhin hohen Baukosten, einem geringeren Passagieraufkommen und mangelnder Attraktivität des Projekts. Auch wenn die Planer die Taktzeiten für den Transrapid von 20 auf 30 Minuten verlängerten, müssten für vier Begegnungen auf der Strecke jeweils 30 bis 40 Kilometer lange Ausweichen gebaut werden, warnte Breimeier. "Rund 120 bis 160 Kilometer müssten zweigleisig verlaufen - das ist die Hälfte der Strecke." Von einer Halbierung der Baukosten könne also keine Rede sein. Demgegenüber stünden geringere Erlöse und "eine nicht mehr vorhandene Attraktivität", sagte Breimeier. Weil die Züge an den Schnittstellen langsamer fahren beziehungsweise anhalten müssten, werde die Fahrzeit "mindestens eine Stunde und 15 Minuten" betragen. Damit sei das System "sinnlos". Der ICT, die Neigeversion des ICE, könnte die Strecke in 1,5 Stunden bewältigen - nötig wären dafür lediglich Investitionen von 500 bis 700 Millionen Mark für die Beseitigung von Bahnübergängen.

Die Planungsgesellschaft hält die einspurige Variante dennoch für "machbar". Genaue Ergebnisse würden in einigen Wochen vorliegen, sagte ein Sprecher am Montag.

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