Wirtschaft : Experten erwarten erneute Leitzinssenkung in den USA

Amerikanische Börsenhändler rechnen an diesem Dienstag mit der 11. Senkung der US-Leitzinsen in diesem Jahr. Angesichts der inzwischen offiziell festgestellten Rezession gehen Analysten vor der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) 2001 übereinstimmend von einer Rücknahme des Zinssatzes um 0,25 Prozentpunkte aus.

Der Satz für Tagesgeld steht in den USA mit 2,0 Prozent bereits auf dem tiefsten Stand seit 40 Jahren. Ob die Zinssenkung die lahme US-Konjunktur in Schwung bringen kann, ist umstritten: Die zehn bisherigen Zinssenkungen haben auf Unternehmensinvestitionen bislang wenig Einfluss gehabt. Verbraucher profitierten dagegen von den Zinssenkungen: Der Immobilienmarkt ist nicht eingebrochen und die Verbraucherausgaben haben sich dank verlockender Angebote etwa zum Autokauf mit Nullzins-Krediten gehalten. Die Verbraucherausgaben sind wichtig, weil sie zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaft tragen.

"Der Markt ist sicher, dass dieses die letzte Zinssenkung sein wird. Die Leute wollen an die Erholung glauben", sagte Peter Petas vom Analysebüro Credit-Sights Inc. der Wirtschaftsagentur Bloomberg. Volkswirtschaftler und Börsenhändler sagen eine Erholung der US-Wirtschaft für das nächste Frühjahr voraus.

Chefvolkswirte der europäischen Banken und Bankenverbände gehen inzwischen davon aus, dass die Wirtschaft in der Eurozone in diesem Jahr erstmals stärker wachsen wird als in den USA. Auch 2002 werde das Wachstum in den zwölf Ländern der Währungsgemeinschaft die Zuwachsrate in den USA überflügeln, erklärte die Bankenvereinigung der EU kurz vor der erwarteten Vorhersage der Europäischen Zentralbank am Montag in Brüssel. Die Experten erwarten ein Plus von 1,5 Prozent in diesem und von 1,3 Prozent im kommenden Jahr.

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