Wirtschaft : Experten rechnen nicht mit höherem Leitzins in Euroland

Nach dem erwarteten Zinsschritt der US- Notenbank am Dienstag Abend sieht die Finanzwelt für die Europäische Zentralbank (EZB) keinen Handlungsbedarf. Bis zum Jahresende rechnen die Experten am Bankenplatz Frankfurt nicht mit einer Anhebung der Leitzinsen im Euro-Raum. "Die EZB hat keinen Grund, jetzt auch die Zinsen anzuheben", sagte der Leiter der Volkswirtschaftsabteilung der Commerzbank, Jürgen Pfister.

Die US-Notenbank hatte die US-Leitzinsen um einen Viertelprozentpunkt auf 5,25 Prozent angehoben. Sie will die boomende US-Konjunktur mit höheren Zinsen abkühlen und so Inflationsgefahren vermindern. Die meisten amerikanischen Banken haben schon am Mittwoch das Geld verteuert und den wichtigen Eckzins für Kredite von acht auf 8,25 Prozent erhöht.

Die Commerzbank rechnet damit, dass sich die Inflationsrate im Euroraum auch im kommenden Jahr - trotz leichter Steigungsphasen - deutlich unter zwei Prozent bewegen wird. Derzeit wäre eine Zinserhöhung "eher ungünstig" zu bewerten, sagte Pfister. Nach langem "Siechtum" komme der Konjunkturmotor auf dem europäischen Kontinent erst langsam in Fahrt. Derweil teilte das Statistische Bundesamt mit, die Inflationsrate in Deutschland sei nach vorläufigen Berechnungen im August leicht gestiegen. Trotz deutlicher höherer Ölpreise erhöhten sich die Preise im Juli nur um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Juni hatte die Rate noch 0,6 Prozent betragen.

"Die Reaktionen der Aktienmärkte und auch des Eurokurses haben ja gezeigt, dass die Zinserhöhung in den USA erwartet wurde", sagte Pfister. Deshalb werde der Kurs des Euro voraussichtlich nicht unter Druck geraten. Am Mittwoch gab der Kurs des Euro leicht auf 1,0433 Dollar nach (Dienstag: 1,0512 Dollar).

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