Wirtschaft : Experten sehen keine Intervention für Yuan

TOKIO (rtr).Die Notenbanken Japans und der USA werden nach Einschätzung von Experten nicht erneut für Milliarden von Dollar Yen kaufen, um die asiatische Leitwährung zu stützen.Durch eine solche gemeinsame Intervention könne zwar auch der Druck auf den chinesischen Yuan gelindert werden, sagte ein hoher japanischer Bankier am Mittwoch.Eine nachhaltige Wirkung sei jedoch zweifelhaft.Andere Analysten sagten, die Yen-Schwäche könne die chinesischen Behörden letzlich doch dazu veranlassen, den Yuan abzuwerten.

Chinas Währungsprobleme seien nicht alleine auf den schwachen Yen zurückzuführen, sagte der Bankier weiter.Das Land habe seine eigenen Schwierigkeiten.So verlangsamte sich die Wachstumsrate nach offiziellen Angaben in der ersten Jahreshälfte auf sieben Prozent - das schlechteste Ergebnis seit 1991.

Experten verwiesen darauf, daß die Produktion dramatisch zulegen müßte, um das von der chinesischen Regierung vorgegebene Wachstumsziel von acht Prozent noch zu schaffen.Das nachlassende Wirtschaftswachstum werde zu Entlassungen in den Staatsbetrieben führen.Eine höhere Arbeitslosigkeit wiederum könne die Volksrepublik in die Rezession treiben.

Um die Konjunktur anzukurbeln, könnte China sich gezwungen sehen, den Yuan abzuwerten, sagten Experten.Denn dadurch würden chinesische Waren im Ausland billiger.Der Volkswirt Hirofumi Ushikoshi sagte, eine Abwertung des Yuan sei das beste Mittel zur Stimulierung der chinesischen Konjunktur.Bislang hat die chinesische Regierung aber wiederholt angekündigt, die Landeswährung zu verteidigen.Um eine Abwertung zu vermeiden, habe der Vorsitzende des chinesischen Parlaments, Li Peng, in der vergangenen Woche für eine Stärkung der japanischen Wirtschaft plädiert.Dahinter verberge sich das Kalkül Pekings, durch die wachsende Nachfrage Exporte nach Japan zu steigern.

Führende chinesische Politiker haben zu erkennen gegeben, daß sie ihre Haltung zu einer Yuan-Abwertung ändern könnten, sollte der Kursverfall des Yen anhalten.In der amtlichen chinesischen Wirtschaftszeitung "Economic Information Daily" wurden die USA und Japan am Mittwoch aufgefordert, den Yen zu stützen und so eine neue Asienkrise zu vermeiden.Bereits im Juni hatten die japanische und die amerikanische Zentralbank umfangreiche Stützungskäufe zugunsten des Yen getätigt.

Der Wirtschaftsforscher Daisuke Hiratsuka hingegen sagte, eine Abwertung des Yuan in der nächsten Zeit sei unwahrscheinlich.China sei sich angesichts der Finanzkrise in Südostasien der Konsequenzen eines solchen Schritts bewußt.Eine überhastete Abwertung werde es nicht geben.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben