Wirtschaft : Experten sehen Wende am Lehrstellenmarkt

Berufsbildungsbericht positiv BONN (tl/HB)."1997 wurde am Lehrstellenmarkt eine Trendwende erreicht." Mit dieser Aussage stellt der Entwurf des Berufsbildungsberichts 1998, der dem Handelsblatt vorliegt, dem Ausbildungsmarkt ein überraschend positives Zeugnis aus.Das Votum ist erstaunlich, da das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), in dessen Gremien der Entwurf zur Zeit beraten wird, nicht nur von Bundesregierung und Arbeitgebern, sondern auch von SPD-regierten Ländern und Gewerkschaften getragen wird.In Deutschland seien 1997 rund 13 200 Ausbildungsverträge mehr (plus 2,1 Prozent) abgeschlossen worden als 1996, errechneten die Experten.Dies stelle nicht nur eine "beachtliche" Steigerung dar, in den alten Ländern sei dies der erste Zuwachs seit 1984 gewesen.Insgesamt wurden bis zum 30.September 1997 in Deutschland rund 587 500 neu abgeschlossene Lehrverträge gezählt, darunter 461 800 in den alten und 125 700 in den neuen Ländern.Das BIBB verweist darauf, daß nach der Berufsberatungsstatistik der Bundesanstalt für Arbeit die Zahl der zum 30.September 1997 noch nicht vermittelten Bewerber gegenüber 1996 um 8963 auf 47 421 angestiegen sei, während die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsplätze zum gleichen Zeitpunkt um 9 083 auf 25 864 geschrumpft sei.Verhalten optimistisch äußern sich die Experten für 1998.Die Zeichen für einen positiven Trend stünden gut.So rechnet der DIHT, daß 1998 in seinem Bereich rund 300 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, 14 000 mehr als im Vorjahr.Auch das Handwerk geht von einem deutlichen Zuwachs an Lehrstellen aus.Nach einer Untersuchung des BIBB bei Mittelbetrieben mit 100 bis 999 Beschäftigten wollen 23 Prozent ihr Angebot steigern, Rückgänge erwarten nur 8 Prozent.

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