EXPERTENRAT : Die Leckerchen-Lüge

Der Düsseldorfer Dirk Lenzen ist einer der bekanntesten deutschen Hundetrainer. Als Filmtiertrainer bereitet er Hunde auf ihren großen Auftritt vor, zuletzt für den ARD-Tatort „Fette Hunde“. Dirk Lenzen sieht den Boom der Hundeschulen und viele der dort praktizierten Methoden sehr kritisch. In seinem neuen Buch beschreibt er typische Irrtümer der Hundeerziehung. Der Kern seiner Kritik: Die Leckerchen-Bestechung in der Basiserziehung degradiere den Menschen zum „Leckerchen-Automaten“, stachle den Beutetrieb und das Konkurrenzverhalten der Hunde an und lege den Grundstein für viele Problemhundkarrieren. Viel artgerechter sei es, konsequent Grenzen zu setzen – etwa durch ein kurzes, genau getimtes Leinensignal, das den sanktionierenden Biss der Hundemutter, beziehungsweise des ranghöheren Artgenossen simuliere. Gleichzeitig müsse der Halter erwünschtes Verhalten durch Lob und Streicheleinheiten bestätigen, sagt Dirk Lenzen. Nur durch eine gefestigte Stellung als „Rudelführer“ könne man eine vertrauensvolle Bindung zu seinem Hund aufbauen. Übrigens werden auch Blindenhunde ohne die Belohnung mit Leckerchen erzogen.

BUCHTIPP

Gerade erschienen ist Dirk Lenzens Buch mit dem Titel„Jeder Hund kann gehorchen lernen. Schluss mit der Leckerchen-Lüge und 22 weiteren Irrtümern der Hundeerziehung“, 16,99 Euro, Mvg-Verlag.juj

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