Expertenschätzung : Arbeitslosenzahl sinkt auf unter vier Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist nach Berechnungen von Experten im April erstmals in diesem Jahr unter die Marke von vier Millionen gesunken. Auch in den nächsten Monaten soll es einen weiteren Rückgang geben.

Nürnberg - Der Arbeitsmarkt entwickle sich auf Grund der andauernd guten Konjunktur weiterhin positiv, sagten Analysten deutscher Großbanken übereinstimmend. Die Prognosen der Volkswirte über den absoluten Rückgang der Erwerbslosenzahl klaffen aber weit auseinander: Auf der Basis von 4.108.000 Arbeitslosen im März sagten die Experten für April Zahlen zwischen 3,91 und 3,99 Millionen voraus.

Das wären mindestens 800.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Zahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am 2. Mai in Nürnberg bekannt. Die Prognosen werden nach Ansicht der Analysten durch den milden Winter und das neu eingeführte Saison-Kurzarbeitergeld erschwert. "Dadurch ist die Arbeitslosigkeit im Winter weniger stark gestiegen als üblich, entsprechend fällt die saisonale Belebung im Frühjahr niedriger aus", sagte Stephan Bielmeier von der Deutschen Bank. Er erwartet daher einen Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit um rund 40.000. In absoluten Zahlen spricht Bielmeier von einem Rückgang der Erwerbslosenzahl um 114.000.

Bernd Weidensteiner von der genossenschaftlichen DZ-Bank und Commerzbank-Experte Matthias Rubisch rechnen mit einem absoluten Rückgang der Arbeitslosenzahl um rund 200.000. Damit wären im April nur noch rund 3,91 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. Beide gehen davon aus, dass auch die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl weiter sinkt, wenn auch nicht mehr so stark wie in den ersten beiden Monaten des Jahres.

Weiterer Rückgang erwartet

HypoVereinsbank-Analyst Andreas Rees erwartet für April einen Rückgang der absoluten Arbeitslosenzahl um 150.000 bis 160.000. "Dies entspricht in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre", sagte Rees. "Wichtig ist, dass wir erstmals in diesem Jahr unter die psychologisch wichtige Vier-Millionen-Marke kommen werden."

Übereinstimmend rechnen die Banken-Volkswirte mit einem weiteren, wenn auch leicht abgeschwächten Rückgang der Arbeitslosigkeit im Laufe der nächsten Monate. "Selbst wenn der Vorjahresabstand von derzeit mehr als 800.000 auf 500.000 im Jahresdurchschnitt zurück geht, zeigt sich der Arbeitsmarkt in einer beeindruckend guten Verfassung", sagte DZ-Bank-Spezialist Weidensteiner.

Nach Auffassung von Stephan Bielmeier (Deutsche Bank) liegt die Sockelarbeitslosigkeit in Deutschland zwischen drei und 3,5 Millionen. Deshalb werde es für die Betriebe immer schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, betonten die Experten unisono. (tso/dpa)

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