Wirtschaft : Expertisen aus dem Elfenbeinturm

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Politiker brauchen den Rat von Fachleuten, damit sie möglichst kluge Entscheidungen treffen. Deshalb gibt es die mit Steuergeld geförderten wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute. Sie betreiben ökonomische Grundlagenforschung und fertigen Gutachten an. Am stärksten beachtet werden ihre Konjunkturprognosen . Jeweils im Frühjahr und im Herbst erstellen die sechs Häuser aus Berlin, Essen, Halle, Hamburg, Kiel und München die so genannte Gemeinschaftsdiagnose. Dabei müssen sie sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hält die Nachfrage von Staat und Verbrauchern für besonders wichtig – und rät, bei Tarifabschlüssen an die Kaufkraft der Verbraucher zu denken sowie die Zinsen auf einer moderaten Höhe zu halten. Die übrigen Häuser neigen eher der Angebotstheorie zu. Das heißt, sie setzen weniger auf eine Beeinflussung der Wirtschaft durch den Staat als auf das freie Spiel der Marktkräfte . Der Staat dürfe nur Rahmenbedingungen setzen und solle sich ansonsten in die Wirtschaft nicht einmischen. Der renommierteste Vertreter dieser Schule ist das Institut für Weltwirtschaft in Kiel. brö

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