Explodierende Smartphones : Apples neue Probleme in China

Apple wollten von den brennenden Samsung-Smartphones profitieren. Nun belasten Berichte über explodierende iPhones den ohnehin schwächelnden Apple-Absatz in China.

Ning Wang
Statussymbol. Vor allem in der wachsenden Mittelschicht Chinas ist das Apple-Smartphone beliebt. Allerdings ist es mit einem Preis von umgerechnet 800 Euro auch nur für wenige Chinesen erschwinglich. Foto: AFP
Statussymbol. Vor allem in der wachsenden Mittelschicht Chinas ist das Apple-Smartphone beliebt. Allerdings ist es mit einem Preis...Foto: AFP

Apples Umsätze sinken in China, auch das neue iPhone 7 hat Probleme sich zum Verkaufsschlager im Reich der Mitte zu entwickeln. Nun kursieren Videos von iPhone-Kunden, die sich beschweren, dass ihre iPhones explodiert seien.

Ein Nutzer aus der Provinz Henan habe bei der Explosion Schürfwunden im Gesicht erlitten, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag vergangener Woche, die von der Verbraucherschutzorganisation Shanghai Consumer Council (SHCC) auf ihrer Homepage veröffentlicht wurde.

Erst Samsung, jetzt Apple

Der Mitteilung zufolge war das nicht der einzige Vorfall: in einem Zeitraum von drei Monaten seien insgesamt acht iPhones chinesischer Kunden von Apple explodiert oder in Flammen aufgegangen seien. Der einzige Unterschied zu dem Fall aus Henan: Es waren allesamt Vorgängermodelle des iPhone 7. Apple versuchte seinerseits am Dienstag die Vorwürfe der chinesischen Verbraucherschützer zu entkräften. Untersuchungen hätten ergeben, dass „die Geräte eine externe physische Beschädigung erlitten haben, die dann zu dem thermischen Vorfall geführt haben“.

Doch die Fälle dürften für den Konzern dennoch zu einem Problem werden. Zu frisch sind noch die Bilder von brennenden Smartphones des Südkoreanischen Wettbewerbers Samsung in den Köpfen der Verbraucher. Dabei hatten die Amerikaner ursprünglich sogar darauf gehofft, vom Versagen des Mitbewerbers profitieren zu können. Doch die Hoffnungen wurden enttäuscht: Der Absatz im Reich der Mitte ging zuletzt drastisch zurück. So sind allein die iPhone-Verkäufe bis zum Ende des Geschäftsjahrs im September um 17 Prozent gefallen, während sie im Vorjahresgeschäftsjahr um 84 Prozent gegenüber 2014 zulegen konnten.

Buchse für Klinkenstecker wurde abgeschafft

Vor allem chinesische Smartphoneanbieter greifen nach Apples Marktanteilen auf dem chinesischen Markt. Hatten die Kalifornier im zweiten Quartal 2015 noch rund zwölf Prozent von Chinas Smartphone-Markt, waren es im gleichen Zeitraum diesen Jahres schon nur noch 7,8 Prozent. Vor allem die chinesischen Wettbewerber Huawei, OPPO, Vivo und Xiaomi haben rasant aufgeholt. Sie sind dabei nicht nur günstiger, sondern sind auch technisch ebenbürtig mit den teuren AppleGeräten, die in China umgerechnet über 800 Euro kosten. Das entspricht etwa ein Monatsgehalt eines Büroangestellten in Chinas Metropolen Peking und Schanghai. Allein im vergangenen Quartal sind Apples Umsätze auf dem zweitwichtigsten Absatzmarkt um 33 Prozent eingebrochen.

Das neue iPhone-7-Modell ist ohnehin nicht so gut bei Chinas Großstädtern angekommen. So wurde die Buchse für Klinkenstecker abgeschafft. Kopfhörer können seitdem nur noch über einen Adapter über den Stromanschluss oder kabellos per Bluetooth mit dem Gerät verbunden werden. Schlimmer war jedoch, dass sich das neue Modell äußerlich kaum von dem Vorgänger unterschied. Gerade in der wachsenden Mittelschicht Chinas gilt das iPhone als Statussymbol und sollte sich demnach auch äußerlich von anderen Smartphonemodellen, auch denen von Apple, unterscheiden lassen. Es reicht nicht nur die Farbe auf den Geschmack der chinesischen Kunden anzupassen, man muss auch ihre Bedürfnisse berücksichtigen.

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