Wirtschaft : Expo 2000: Deutsche Manager zweifeln am wirtschaftlichen Erfolg der Weltausstellung

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Die Expo kämpft mit einer anhaltenden Besucherflaute, und bei der deutschen Wirtschaft ist das Vertrauen in das Großereignis auch nicht besonders groß: Nur knapp ein Drittel der führenden Manager (30 Prozent) ist der Meinung, dass sich die deutschen Investitionen in die Weltausstellung auszahlen werden. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) glaubt indes, die Expo werde sich nicht bezahlt machen. Dies ergab der Handelsblatt Business-Monitor in einer repräsentativen Umfrage unter Führungskräften der deutschen Wirtschaft. Bei den Top-Managern sind es vor allem die jüngeren unter 40 Jahren (62 Prozent), die an der Expo zweifeln. Je größer das Unternehmen, desto deutlicher ist die Skepsis: Während 55 Prozent der kleineren Firmen glauben, die Expo werde sich nicht auszahlen, sind dies bei den Großbetrieben immerhin 62 Prozent. Dabei sind es vor allem Großunternehmen wie VW, Siemens, Deutsche Telekom oder Bertelsmann, die sich als Weltpartner mit einer Mindesteinlage von 30 Millionen Mark bei der Weltausstellung beteiligen und gegenwärtig noch Optimismus versprühen. Viele von ihnen haben aufwendige Pavillons gebaut und wollen nicht vorzeitig in Pessimismus verfallen.

Skeptisch reagieren die deutschen Führungskräfte auf die Frage, ob die Expo wirtschaftlich ein Erfolg oder ein Misserfolg werde. Insgesamt kostet die erste Weltausstellung in Deutschland rund 3,5 Milliarden Mark. Derzeit hält die Expo GmbH an ihrem geplanten Defizit von 400 Millionen Mark fest, obwohl dies eine Besucherzahl von 40 Millionen voraussetzt. Doch dieses Ziel halten viele Beobachter auf Grund des schwachen Besucherauftaktes für unwahrscheinlich. Nur elf Prozent der Manager glauben deshalb an einen wirtschaftlichen Erfolg der Expo, 85 Prozent sind hingegen von einem Misserfolg überzeugt. Finanziell wird sich die Expo kaum rechnen, doch viele gehen zumindest davon aus, dass Deutschland durch die Weltausstellung sein Image verbessern kann. Aber auch in diesem Punkt sind die Spitzenmanager eher zurückhaltend: Nur 44 Prozent sind der Ansicht, dass das Spektakel das Image des Landes aufpolieren kann.

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