Wirtschaft : Export bleibt Motor der Konjunktur

Geschäft läuft auf Hochtouren / Auch ostdeutsche Betriebe verzeichnen umfangreichere Aufträge GENF/WIESBADEN (dpa/rtr).Der deutsche Exportmotor läuft weiter auf Hochtouren, doch der inländische Verbrauch hinkt der Konjunktur noch hinterher.Aber der Optimismus der ostdeutschen Hersteller wächst. Im Februar wurden Güter für 77 Mrd.DM ausgeführt, 13,4 Prozent mehr als im Februar des Vorjahrs.Weil die Importe nur um 9,7 Prozent auf 65,3 Mrd.DM zulegten, kletterte der Ausfuhrüberschuß auf 11,7 (8,4) Mrd.DM.Dies teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Bleibt die Exportwirtschaft auf ihrem Erfolgskurs und übertrifft damit weiterhin die Einfuhren, so könnte in diesem Jahr der Rekord-Ausfuhrüberschuß des Jahres 1989 übertroffen werden.Seinerzeit betrug der Exportüberschuß 134,6 Mrd.DM. Das hohe Handelsplus reichte sogar aus, daß in der Leistungsbilanz im Februar unter dem Strich ein Überschuß von rund 200 Mill.DM herauskam.Vor Jahresfrist hatte die Leistungsbilanz noch ein Defizit von 2,0 Mrd.DM ausgewiesen. In diese Berechnung fließen unter anderem noch grenzüberschreitende Dienstleistungen - vor allem die Ausgaben für Reisen ins Ausland - und Überweisungen auf ausländische Konten ein.Seit der Wiedervereinigung ist die Leistungsbilanz jedes Jahr defizitär. In den ersten beiden Monaten zusammen hat die deutsche Wirtschaft insgesamt Güter für 150,9 Mrd.DM exportiert, 14,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.Im vorigen Jahr hatte die deutsche Wirtschaft ihre Ausfuhren um 12,5 Prozent auf den Rekordwert von 887,3 Mrd.DM gesteigert. Die Importe legten im Januar und Februar um 11,6 Prozent auf 133,2 Mrd.DM zu.Somit stieg der Überschuß in der Handelsbilanz auf 17,7 Mrd.DM, verglichen mit nur 12,9 Mrd.DM im Vorjahreszeitraum. Die sprudelnden Einnahmen aus dem Export spiegeln sich aber nicht in höheren Ausgaben im Inland wider.Nach einer Prognose der UN-Wirtschaftskommission für Europa wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands in diesem Jahr zwar real um 2,5 Prozent steigen.Das Konsumklima werde sich aber nicht merklich erholen, sagte die Kommission in Genf voraus.Die Bundesregierung rechnet dagegen mit einem Aufschwung von 2,5 bis 3,0 Prozent und einer Belebung der Binnennachfrage.Von diesem Aufschwung wird auch die ostdeutsche Industrie profitieren.Das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) stellte nach einer Umfrage bei 300 Industrieunternehmen fest, die Geschäftslage habe sich auch im Monat März verbessert.Denn aus dem In- und Ausland kämen mehr Aufträge herein. Laut der IWH-Studie erwarten acht von zehn Unternehmen in den nächsten sechs Monaten eine Verbesserung ihrer Situation.Bei den Herstellern von Vorprodukten für die Industrie rechneten sogar neun von zehn mit einer Belebung.

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