Wirtschaft : Export-Geschäft verliert an Dynamik

DIW: Konjunktur weiter ohne Schwung / Inlandsnachfrage trägt ostdeutsche Industrieproduktion BERLIN (dpa).Die deutsche Wirtschaft ist 1997 nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin, um 2,2 Prozent gewachsen und hat damit die lange erhoffte Rate von 2,5 Prozent verfehlt.Die Expansion sei hauptsächlich von der Ausweitung der Exporte getragen worden, schreibt das DIW in seinem jüngsten Wochenbericht.Anhand der Konjunkturdaten von 1997 wird die Euro-Tauglichkeit von Teilnehmern der Europäischen Währungsunion geprüft. Die "bemerkenswert rasche Zunahme" der Exporte werde sich 1998 nicht fortsetzen, so die Konjunkturforscher.Der reale private Verbrauch wiederum werde in den ersten drei Monaten nur sehr verhalten zunehmen.Wegen der Mehrwertsteuererhöhung zum 1.April von 15 auf 16 Prozent sei aber mit vorgezogenen Käufen zu rechnen.Insgesamt werde die gesamtwirtschaftliche Produktion im 1.Quartal 1998 um 0,5 Prozent wachsen und das entsprechende Vorjahresniveau sogar um drei Prozent übertreffen.Bei dem Vergleich müsse aber die geringere Zahl der Arbeitstage sowie das schlechtere Wetter im Vorjahresquartal berücksichtigt werden.Das Wachstum in Westdeutschland werde mit gut drei Prozent vermutlich wieder etwas deutlicher ausfallen als im Osten (zwei Prozent). In der Industrie habe sich die gute Konjunktur in den letzten Monaten etwas abgeflacht."Zu einem besseren Ergebnis kann es nur kommen, wenn sich die Auslandsnachfrage wieder an die Entwicklung der beiden letzten Jahre anschließt", heißt es.Bei der Bauindustrie werde der Abwärtstrend zur Zeit durch die günstige Witterung überdeckt.Insgesamt sei mit einem deutlichen Abbau der Auftragsbestände zu rechnen. Die ostdeutsche Industrieproduktion wird nach DIW-Angaben weiterhin überwiegend von der Inlandsnachfrage gestützt.Das seit längerem außerordentlich kräftig steigende Auftragsvolumen aus dem Ausland habe noch zu wenig Gewicht, um die Produktionsentwicklung im Osten nachhaltig beeinflussen zu können, schreibt das DIW.Das gesamte Auftragsvolumen habe im 4.Quartal 1997 um 15 Prozent höher gelegen als im Vorjahreszeitraum. Das Produktionswachstum im verarbeitenden Gewerbe habe sich im 4.Quartal mit zwei Prozent nach 3,5 Prozent etwas langsamer fortgesetzt.Das industrielle Wachstum sei wie in den Vorjahren von der Ernährungswirtschaft, der Elektrotechnik, den metallerzeugenden und verarbeitenden Sektoren sowie dem Druckgewerbe getragen worden.Das Ernährungsgewerbe in den neuen Ländern habe 1997 ein Produktionsplus von 3,5 Prozent erzielt.Es halte einen Anteil von rund 19 Prozent an der Gesamtproduktion des Industriesektors in Deutschland.

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