Wirtschaft : Export kommt in Schwung

Ausfuhren steigen trotz Euro-Stärke überraschend stark an

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Düsseldorf (elr/HB). Der Anstieg des deutschen Exports hat gestern alle Beobachter positiv überrascht. Die WarenAusfuhr war im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 8,1 Prozent gestiegen, der Import gar um 9,8 Prozent. Allerdings fiel Pfingsten 2002 in den Mai und 2003 in den Juni. Im April hatte es Rückgänge im Außenhandel von mehr als drei Prozent gegeben. Der Überschuss in der Handelsbilanz lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 10,1 Milliarden Euro im Mai etwa auf Vorjahresniveau. Bankökonomen hatten mit einem geringeren Wert gerechnet. Der Anstieg überraschte, weil sich die Euro-Aufwertung gegenüber dem US-Dollar gerade im Mai verstärkt fortgesetzt hatte.

Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich Kursanstiege in der Nachfrage und anschließend im Export erst mehrere Monate später niederschlagen. Andreas Scheuerle von der Deka-Bank und Martin Hüfner, Chefvolkswirt der Hypo-Vereinsbank, gehen davon aus, dass die Euro-Aufwertung von Mai und Juni wahrscheinlich erst im vierten Quartal dieses Jahres sichtbar wird.

Bei der jetzt noch tendenziell rückläufigen Auslandsnachfrage kommen nach Auffassung von Ökonomen noch die Aufwertungsschübe des vergangenen Jahres zum Tragen. Sie verstärkten die weltweite Nachfrageschwäche. Sollte die Weltkonjunktur demnächst anspringen, wird nach Einschätzung der Ökonomen davon auch die deutsche Exportwirtschaft profitieren. Eine Aufwertung des Euro könne zwar das Exportwachstum dämpfen, jedoch nicht einen positiven Trend umkehren, meinen Hüfner und Scheuerle. Hüfner hält erst einen Dollar-Kurs von über 1,25 pro Euro für problematisch. Diese Marke wurde bislang nicht erreicht. Analysten erwarten dies nach einer Umfrage auch noch nicht bis Ende 2003. In den vergangenen Tagen ist der Euro-Kurs wieder auf rund 1,13 Dollar gesunken. Positiv für die deutsche Exportwirtschaft ist zudem, dass rund 43 Prozent des Waren-Exports mit den Ländern der Euro-Zone abgewickelt wird. Kursschwankungen des Euro spielen hier keine Rolle. Auch die Ausfuhr in die übrigen EU-Länder hat sich bislang trotz Euro- Stärke als robust erwiesen.

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